Während Bundesregierung neuen Haushalts-Rekordüberschuss feiert

Lehrerverband_ Schulen haben Finanzbedarf von 118 Milliarden Euro

Heute meldete die Bundesregierung einen Rekordüberschuss von 48,1 Milliarden Euro für die erste Hälfte 2018. Zugleich kritisierte Lehrerverbands-Präsident Meidinger, dass an deutschen Schulen schon ein Finanzbedarf von 118 Milliarden Euro aufgelaufen sei.

Die Bundesregierung feiert sich, im ersten Halbjahr 2018 einen neuen Rekordüberschuss im Haushalt eingefahren zu haben, den höchsten seit der Wiedervereinigung. So nahmen in den ersten sechs Monaten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen 48,1 Milliarden Euro mehr ein, als sie ausgaben. Gleichzeitig ist aber der Finanzbedarf der Schulen in Deutschland nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes so groß wie noch nie.

So müssten auf Sicht von zehn Jahren zusätzlich rund 118 Milliarden Euro an die Schulen fließen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Der Betrag setze sich zusammen aus rund 48 Milliarden Euro Sanierungsbedarf für alte Gebäude und Kosten für Neubauten. Hinzu kommen laut Meidinger rund 20 Milliarden Euro für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen, 40 Milliarden Euro für zusätzliche Lehrer und rund zehn Milliarden Euro für weitere Erzieher und Sozialarbeiter.

Das entspräche Zusatzkosten von knapp zwölf Milliarden Euro pro Jahr, so Meidinger. »Das ist angesichts des Umfangs der Haushalte von Bund, Ländern und Kommunen eine durchaus darstellbare und machbare Größe«, führt er weiter aus. Ohne die Investitionen befürchte man einen schweren Rückschlag für das Schulsystem. Insbesondere der der Personalmangel mache zu schaffen. Es würden bundesweit 40.000 Lehrer fehlen, was zu einem deutlichen Rückgang der Schülerleistungen führen könne.

Es werde dadurch nicht besser, dass Schulen immer öfter sogenannte Quereinsteiger, also Berufstätige ohne Pädagogikstudium, als Lehrer einstelle, betont Meidunger. »Es sollte niemanden verwundern, wenn Deutschland in Vergleichstests wie Pisa in den nächsten Jahren wieder deutlich schlechter abschneidet. Vor allem in Berlin, Sachsen und anderen östlichen Bundesländern droht ein hoher Leistungsrückfall.«

Sven von Storch

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