Eine Woche nach der Europawahl hat der erst seit Dezember 2017 amtierende Parteichef der konservativen französischen Oppositionspartei »Les Républicains« (Die Republikaner), Laurent Wauquiez, seinen Rücktritt erklärt. Der 44-jährige erklärte, er übernehme die Verantwortung für die Wahlschlappe und ziehe sich zurück. Die Konservativen müssten sich wieder aufbauen. Er wolle dabei nicht im Weg stehen.
Die Republikaner als Nachfolgepartei der UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy befindet sich schon länger in der Krise. Bei der Europawahl am 26. Mai erzielte sie lediglich 8,48 Prozent der Stimmen. Hingegen konnte die Partei Rassemblement National (ehemals Front National) von Marine Le Pen mit mehr als 23 Prozent einen Sieg einfahren. Die La République en Marche (LREM) von Präsident Emmanuel Macron landete mit 22 Prozent auf Rang zwei.
Wauquiez versuchte als Anhänger des gaullistischen Flügels in seiner kurzen Zeit an der Spitze der Partei das konservative Profil wieder zu schärfen. Er gab sich kritisch gegenüber der Europäischen Union, forderte das Schengen-Abkommen aufzugeben und die EU auf einen Kern von sechs Staaten zu beschränken, was innerparteilich ihm Kritik bescherte. Letztlich blieb das Ansinnen damit Marine Le Pen Wählerstimmen abzujagen ohne Erfolg.
Nach Debakel von Sarkozys Partei mit 8,48 Prozent bei der Europawahl
Laurent Wauquiez wirft Vorsitz der französischen Republikaner hin
Ende 2017 übernahm Laurent Wauquiez die Republikaner von Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy und versprach mit einem schärferen konservativen Profil sie zur Partei der bürgerlichen Rechten zu machen. Ohne Erfolg. Am Sonntag trat der 44-jährige zurück nach nur 8,48 Prozent bei der Europawahl.
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