Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) äußert sich kritisch zu Schülerprotesten während der Unterrichtszeit für mehr Klimaschutz. Der 70-jährige hält zwar den moralischen Appell für gerechtfertigt, da es wirklich um die Zukunft der Schüler ginge, aber dafür einmal die Schule zu schwänzen, falle erst mal unter zivilen Ungehorsam.
»Nur: Ziviler Ungehorsam ist ein symbolischer Akt. Das kann keine Dauerveranstaltung sein«, sagte Kretschmann weiter. Die Proteste müssten früher oder später ein Ende finde und könnten »nicht ewig so weitergehen«. Wenn man Regeln verletze, müsse man mit Sanktionen rechnen.
»Wenn man sanktioniert wird, darf man nicht jammern.« Irgendwann werde es zu Sanktionen kommen. »Sonst sucht sich zum Schluss jeder sein Thema aus, dass er dann irgendwie moralisch auflädt - und das geht nicht«, erklärte am Dienstag der Grünen-Politiker.
Seit etlichen Wochen versammeln sich in Deutschland unter dem Motto »Fridays for Future« jeden Freitag während der Schulzeit in zahlreichen Städten Schüler, um gegen ausbleibende Maßnahmen gegen den Klimawandel zu protestieren. Kretschmann hatte sich vergangene Woche mit Vertretern der »Fridays for Future«-Bewegung getroffen.
Grünen-Ministerpräsident bringt Sanktionen für Schüler ins Gespräch
Kretschmann fordert Ende der Fridays for Future-Schülerstreiks
Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann geht auf Distanz zu seinen grünen Parteifreunden, welche unverändert die freitäglichen Schülerstreiks für mehr Klimaschutz loben. Das Schule schwänzen müsse ein Ende haben, gegebenfalls durch Sanktionen.
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