Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will in Deutschland eine Widerspruchslösung bei Organspenden durchsetzen. Demnach wird jeder künftig automatisch Organspender, so lange er oder die Angehörigen nicht ausdrücklich widersprochen haben. Bisher sind Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand zu Lebzeiten ausdrücklich zustimmte.
Eine solche Neuregelung stelle zwar einen Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen dar, sagte Spahn, doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die Zahl der Organspender zu steigern, leider ohne Erfolg geblieben. Daher möchte er eine Diskussion zu dem Thema im Bundestag voranbringen.
Zur Steigerung der Spendezahlen kündigte Spahn bereits an, dass Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern mehr Zeit für diese Aufgabe bekommen und die Vergütung der Einrichtungen für den ganzen Prozess einer Organspende verbessert werden sollen.
Die Zahl der Organspender sank nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr mit 797 auf einen neuen Tiefpunkt. Im ersten Halbjahr 2018 gab es allerdings wieder eine Zunahme.
Dass es aber überhaupt zu einer Organspende kommen kann kann, setzt einen kleinen Rest von Lebensfunktionen voraus, sprich den Hirntod, was bei einigen ethnisch unstritten ist. Zwei erfahrene Ärzte müssen unabhängig voneinander diesen feststellen, sprich dass im Großhirn, im Kleinhirn und im Hirnstamm keinerlei Aktivität mehr gemessen werden können.
Damit die Organe nicht geschädigt werden, muss der Spender weiter künstlich beatmet werden. Organe dürfen dann nur entnommen werden, wenn der hirntote Spender keine Tumorerkrankungen und andere relevante Infektionen aufweist, die sich auf Organe auswirken.
Gesundheitsminister fordert Widerspruchslösung einzuführen
Jens Spahn (CDU) will alle Deutschen zu Organspendern machen
Um in Deutschland zu mehr Organspenden zu kommen, möchte Gesundheitsminister Spahn (CDU) eine Widerspruchslösung einführen. Bisher musste man einer Organspende vorab zustimmen, künftig ist dann dagegen ein aktiver Widerspruch erforderlich.
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