Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, fordert einen Krisenfonds für die Länder der Eurozone. Dieser »Schlechtwetter-Fonds« soll mit »relativ geringen Kosten die negativen Folgen einer neuen Finanzkrise für die Mitgliedstaaten um 50 Prozent reduzieren«, erklärte Lagarde in Berlin bei einer Rede im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Der Vorschlag für einen Krisenfonds und eine bessere finanz- und steuerpolitische Zusammenarbeit sieht vor, dass sich der neue Fonds aus seinen jährlichen Beiträgen finanziert, »um Rücklagen in guten Zeiten aufzubauen und Unterstützungstransfers für bestimmte Länder in schlechten Zeiten leisten zu können«.
Die IWF-Chefin regte an, dass die teilnehmenden Länder jährlich 0,35 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in den Fonds einzahlen. Dessen Laufzeit könnte auf zehn Jahre begrenzt werden. In Notlagen sollen unter strengen Bedingungen Gelder ausgezahlt werden. Deutschland müsste demnach bei rund 3,26 Billionen Euro Bruttoinlandsprodukt rund 11,4 Milliarden Euro pro Jahr einzahlen.
Lagarde verwies bei der Verteidigung ihres Vorschlags darauf, dass bislang viel unternomen worden sei, um für künftige schwere Finanzkrisen gerüstet zu sein. Das reiche aber nicht aus und es gebe noch immer »Schwachstellen im System«. Die 62-jährige verwies auf »andere starke Gegenwinde« und führt weiter aus: »Denken Sie an den Aufstieg des Populismus und die ertönenden Sirenen des Protektionismus.«
Die Französin bekannte sich zudem zur Idee einer verbesserten Bankenunion in Europa mit klaren Regeln, um Zusammenbrüchen und Fehlmanagement besser vorzubeugen. Der Europäische Rechnungshof hatte zuletzt die zentrale Bankenaufsicht unter Leitung der Europäischen Zentralbank für den Mangel an objektiven Kriterien kritisiert.
Deutschland soll jährlich 11,4 Milliarden Euro für Notlagen der Eurozone zahlen
IWF-Chefin Lagarde schlägt neuen Euro-Krisenfonds vor
IWF-Chefin Lagarde will einen neuen milliardenschweren Krisenfonds für die 19 Länder der Eurozone zur Bewältigung neuer Finanzkrisen. In diesen sollen die Länder jährlich 0,35 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung einzahlen - heißt für Deutschland 11,4 Milliarden Euro.
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