Mehrfach-Krimineller tötet auf Haft-Freigang drei Menschen

Islamistischer Anschlag in Lüttich trifft erneut Belgien

Ein Anschlag erschüttert erneut Belgien. Obwohl er unter anderem wegen Raubes in Haft saß und den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt war, bekam ein 36-jähriger Freigang und tötete in Lüttich unter »Allahu Akbar«-Rufen drei Menschen.

In der belgischen Stadt Lüttich hat ein islamischer Terrorist zwei Polizistinnen im Alter von 45 und 53 Jahren sowie einen 22-jährigen Passanten erschossen. Zwei weitere Polizeibeamte wurden verletzt. Der Terrorist soll die beiden Polizistinnen mit deren Dienstwaffe erschossen haben, nachdem er zuvor auf diese mit einem Messer einstach. Der Angreifer rief bei seiner Tat am Dienstagvormittag mehrfach »Allahu Akbar«.

Nach dieser Tat rannte der Täter in eine Schule, wo er noch eine Putzfrau als Geisel nahm. Der Polizei gelang es dort, ihn zu erschießen. Es handelt sich bei dem Mann um einen 36-jährigen mehrfach vorbestraften Kriminellen, der gerade unter anderem wegen Raubes einsaß, aber an dem Tag Freigang gewährt bekam. Und das obwohl er als Gefährder auf einer Überwachungsliste der Polizei wegen Kontakten in die islamistische Szene stand.

Die belgische Staatsanwaltschaft sprach mittlerweile von einem Terroranschlag. Nach Angaben des Lütticher Polizeichefs nahm der Angreifer gezielt den belgischen Staat ins Visier. »Das Ziel des Angreifers war es, die Polizei zu treffen, also die Institution, den belgischen Staat«, sagte Christian Beaupère.

Belgien war in den vergangenen Jahren immer wieder zum Anschlagsziel von Terroristen des Islamischen Staates. Im März 2016 starben so bei drei Selbstmordanschlägen in der Hauptstadt Brüssel 32 Menschen. 300 Personen wurden verletzt. Am 25. August 2017 griff zuletzt ein 30-jähriger Islamist Soldaten im Zentrum von Brüssel mit einem Messer an.  

Erst Mitte Januar hatte die belgische Regierung die Terrorwarnstufe im Land wieder auf Stufe zwei herabgesetzt. Ein Anschlag galt demnach als »wenig wahrscheinlich«. Nach der neuerlichen Attacke in Lüttich teilte das Krisenzentrum mit, die Terrorwarnstufe bleibe auf der zweitniedrigsten Stufe. »Im Moment ändert sich nichts«, sagte ein Sprecher.

Sven von Storch

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