Arbeitslose Hartz-IV-Bezieher bleiben im Schnitt immer länger ohne Job. So stieg bei Beziehern der Grundsicherung die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit kontinuierlich von 555 Tagen im Jahr 2011 auf 650 Tage im Jahr 2017 an. Fast 100 Tage länger sind diese arbeitslos.
Das ergibt sich im Rahmen einer Bundestagsanfrage aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Jetzt gibt es Kritik daran, dass seit 2010 für Hartz-IV-Bezieher die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit drastisch gekürzt wurden.
Ein BA-Sprecher erklärte, die steigende Dauer der Arbeitslosigkeit bei Beziehern der Grundsicherung zeige, dass der Anteil der Menschen mit kurzer Arbeitslosigkeit zunehmend kleiner werde.
Im Jahr 2011 waren länger als drei Jahre arbeitslos rund 298.000 Hartz-IV-Bezieher. Unterdessen stieg zu 2017 diese Zahl auf rund 317.000 Menschen an. »Man könnte von einer Verhärtung der Langzeitarbeitslosigkeit sprechen«, heißt es aus der Arbeitsagentur.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit einer Dauer von weniger als zwei Jahren sank hingegen im selben Zeitraum um fast 100.000, was damit zusammenhängt, dass diese als etwas marktnäher gelten, also größere Chancen auf dem Jobmarkt haben.
Im März 2018 waren laut BA mehr als 1,2 Millionen Menschen länger als ein Jahr ohne Job. Offiziell als Langzeitarbeitslose gezählt werden 859.387 Menschen, was daran liegt, dass ein Teil der Betroffenen sich in Maßnahmen etwa zur Weiterbildung und Qualifizierung befindet und daher in der Statistik nicht als suchend erfasst wird.
Als Langzeitarbeitslose gelten alle, die länger als ein Jahr ohne Job sind. In Deutschland gibt es derzeit rund sechs Millionen Hartz-IV-Bezieher (dazu zählen auch solche, die eine geringfügige Beschäftigung haben und aufstocken müssen), davon 34 Prozent Ausländer.
Der Regelsatz für einen Alleinstehenden nach ALG 2 liegt aktuell bei 416 Euro im Monat. Für eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft machen die Leistungen der Grundsicherung im Schnitt 954 Euro aus.
Aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit sei der Anstieg der Dauer von Arbeitslosigkeit bei Grundsicherungsbeziehern bei der insgesamt geringen Arbeitslosigkeit nicht überraschend, da bei den Betroffenen »oft mehrere Hemmnisse zusammen« kämen, die eine Vermittlung in den Arbeitsmarkt erschweren.
Arbeitslose fast 100 Tage länger unbeschäftigt als sechs Jahre zuvor
Hartz-IV-Bezieher bleiben immer länger ohne Job
Während andere von der guten Beschäftigungslage sprechen, gibt es in Deutschland vermehrt Langzeitarbeitslose. Bei arbeitslosen Hartz-IV-Beziehern stieg zwischen 2011 und 2017 die Zeit ohne Berufstätigkeit von 555 auf 650 Tage an.
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