Neue Barrikaden und Häuser im Wald aufgebaut

Hambacher Forst nach Rodungsstopp erneut besetzt

Nach dem am Freitag verfügtem vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst hat die linke Szene am Wochenende erneut Barrikaden aufgebaut und Siedlungen errichtet. Die NRW-Grünen, die vor zwei Jahren die Rodung mitbeschlossen haben, tagten mittenmang.

Am Sonnabend demonstrierten nach dem vorläufigen Rodungsstopp tausende sogenannte Umweltaktivisten aus der linken Szene am Hambacher Forst gegen den dortigen Kohleabbau. Zudem veranstalteten die nordrhein-westfälischen Grünen im Wald unterstützend einen Parteitag. Dabei haben genau diese Grünen noch vor zwei Jahren als Teil einer rot-grünen Landesregierung ohne Murren die Rodung beschlossen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster erließ am Freitag einen Eilentscheid, wonach der Hambacher Forst nicht gerodet werden darf, bis über eine Klage des Umweltverbands BUND entschieden ist. Damit rechnet der für den Abbau der Kohlevorkommen verantwortliche RWE aber nicht vor Ende 2020.

Die Polizei hatte seit September 86 Baumhäuser im Hambacher Forst geräumt und abgebaut. Unterdessen sind am Wochenende nach der Gerichtsverfügung sogenannte Umweltaktivisten in das Waldgebiet zurückgekehrt. Die Polizei berichtete von neuen Barrikaden auf den Wegen und »zeltähnlichen Strukturen« am Boden, die mit Brettern verbaut seien.

Eine »Aktion Unterholz« kündigte am Wochenende eine »neue Besetzung« des Waldgebiets an. Auch ein Aktionsbündnis »Ende Gelände« erklärte, bis zu einem Kohleausstieg bleiben zu wollen. »Wir freuen uns über weitere Baumhäuser und Strukturen«, twitterten diese. Laut Polizei ist eine Form von kleinen Siedlungen entstanden, in der erneut Menschen eingezogen sind.


Sven von Storch

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