Interessante Selbstkritik für Rot-Rot-Grün in Thüringen

Habecks Vorstoß, aus Thüringen ein freies, demokratisches Land machen zu wollen

Grünen-Chef Habeck warb in einem Internetvideo dafür, Thüringen bei der Wahl im Herbst zu einem »demokratischen« Land zu machen. Dabei ist seine Partei an der Regierung beteiligt. Nach viel Kritik an der Überheblichkeit löschten die Grünen wieder das Video.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck erntet mit einem Aufruf zur Unterstützung seiner Partei bei der Landtagswahl in Thüringen allerlei Spott und Kritik. Die Thüringer Grünen veröffentlichten ein Internetvideo, wo dieser sagt: »Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land.«

Habeck stellt damit offen in Frage, dass Thüringen ein freies und demokratisches Land ist. Dabei ist seine Partei dort derzeit an einer rot-rot-grünen Regierung beteiligt. Nicht das erste Mal vergaloppierte sich Habeck auf Twitter. Vor der Landtagswahl in Bayern forderte er, die CSU-Alleinherrschaft zu beenden, damit man sagen könne: »Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern«.

Nach Kritik räumte er ein, zwischen zwei Terminen »lasch formuliert« zu haben: »Die Kritik daran nehm ich an. Das war im Wahlkampffieber einer zu viel. Sorry dafür!« Auch jetzt reagierten die Grünen dann rasch. Der Aufruf verschwand, und stattdessen hieß es: »Wir haben Robert Habecks Aufruf vom Netz genommen, weil viele ihn falsch verstanden haben: Nein, wir reden THÜ nicht schlecht. Auch Robert tut's nicht.«

SPD-Vizechef Ralf Stegner kritisierte auf Twitter Habeck mit den Worten: »Ein bisschen überheblich ist dieser Wahlkampfstil schon.« Habeck erklärte einem Interview am Montagmorgen, dass er Konsequenzen daraus ziehen werde. »Ich glaube, dass ich Twitter aufgebe«.

Weiter erklärte der Grünen-Politiker: »Ich kann gar nicht abstreiten, dass das super bescheuert war, was ich da gesagt habe.« Habeck bedauerte, selber »anfällig« dafür dazu sein, »in einem Medium, das so aggressiv kommuniziert wie Twitter [...] auch so zu reden«.


Sven von Storch

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