Nach steigenden Flüchtlingszahlen auf griechischen Inseln

Griechenland will Ausbau der Grenzüberwachung

In steigender Zahl setzen wieder Migranten über die Türkei nach Griechenland über. Athen will darauf mit noch stärkeren Grenzkontrollen, einer schnelleren Rückführung und eingeschränkten Widerspruchsverfahren bei Ablehnung des Asylgesuchs reagieren.

Nachdem erneut Hunderte Menschen von der Türkei nach Griechenland übersetzten, fordert die neue konservative griechische Regierung unter Kyriakos Mitsotakis neue Maßnahmen in der Flüchtlingspolitik und einen weiteren Ausbau der Grenzkontrollen. Allein auf Lesbos kamen vergangene Woche Donnerstag 540 Migranten an.

Die griechische Genzüberwachung soll in Zusammenarbeit mit Frontex, europäischen Behörden und der NATO ausgebaut werden. Ferner wolle man die Rückführung von Migranten ohne Recht auf Asyl in Zukunft zügiger durchführen. Daher will Athen das Asylverfahren verkürzen, in dem die zweite Berufungsstufe bei Ablehnung des Asylgesuchs entfällt.

Griechenland habe wegen der immer schwierigeren Unterbringung der Migranten die Europäische Union kontaktiert und den türkischen Botschafter einbestellt. Die zuletzt gekommenen Migranten wurden in das Lager Moria auf Lesbos gebracht, was aber mit 11.000 Menschen auf eigentlich 3.000 Plätzen hoffnungslos überfüllt ist.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (OIM) wurden in der ersten Augusthälfte bereits 3.250 Ankünfte auf den fünf Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos registriert, während die Zahlen für den gesamten Monat Juli bei 5.520 und im Januar bei 2.079 lagen.  Die griechische Regierung hat die Zahlen bestätigt.

Sven von Storch

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