Brüssel sagt nun auch Plastikartikeln den Kampf an

EU-Kommission plant Verbot für Plastikbesteck

Noch in diesem Monat will die EU-Kommission eine Richtlinie vorlegen, mit der künftig in den Mitgliedsländern der Verkauf von Geschirr und Besteck aus Plastik verboten werden soll. Zudem sollen Plastikartikel zusätzlich besteuert werden.

Die EU-Kommission plant Geschirr und Besteck aus Plastik zu verbieten. Derzeit werde ein Richtlinienentwurf vorbereitet, wonach es in den EU-Ländern im Kampf gegen Müll künftig keinen Verkauf von Gabeln, Messern, Löffeln, Strohhalmen und Essstäbchen aus Plastik mehr geben soll. Brüssel will die entsprechende Richtlinie am 23. Mai vorlegen.

Als ersten Schritt will EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger am Mittwoch eine Steuer auf Plastik vorschlagen. Bereits im Februar hatte die EU-Kommission ein Verbot im Rahmen einer Plastik-Strategie angedeutet. Länder wie Frankreich, Großbritannien und Irland sollen schon an nationalen Verboten arbeiten.

Ein solches Verbot bedarf letztlich der Zustimmung der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments. Europaweit fallen nach Angaben der EU-Kommission jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Nur knapp 30 Prozent davon werden zur Wiederverwertung gesammelt, die übrigen 70 Prozent landen auf Müllkippen oder in der Umwelt.

Die Kommission erklärte, mit der Maßnahme auch den Plastikmüll an Stränden reduzieren zu wollen, der bislang zu 50 Prozent aus Einweggeschirr bestehe. »Die Wirkung der bestehenden Gesetzgebung ist nicht zufriedenstellend«, stehe in dem neuen EU-Vorschlag.

Ein Verbot in der gesamten EU würde sämtliche gastronomische Anbieter treffen, deren Geschäftsmodell darauf beruht, dass Essen und Getränke auch außer Haus konsumiert werden können.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.