Die NATO-Staaten lehnen ein Angebot des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ab, wie ursprünglich geplant im kommenden Jahr den NATO-Gipfel in Istanbul auszurichten. Die Türkei hatte sich beim letzten Treffen in Warschau 2016 als eines von 28 Mitgliedsländern als nächster Gastgeber angeboten.
»Wir wollen die Türkei nicht international aufwerten und den Eindruck vermeiden, dass die NATO die interne Politik der türkischen Regierung unterstützt«, heißt es aus Kreisen hochrangiger NATO-Diplomaten. Auch Belgien sei bereit, 2018 das Gipfeltreffen im NATO-Hauptquartier in Brüssel auszurichten.
Diese Position wird von 18 EU-Staaten sowie von Kanada innerhalb der nordatlantischen Verteidigungsallianz unterstützt. Insbesondere Deutschland soll sich gegen Istanbul stark gemacht haben. Ein endgültiger Beschluss werde auf dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister Ende Juni fallen.
Die deutsche Absage für Istanbul markiert auch die nächste Runde im Streit zwischen Deutschland und der Türkei. Seit einiger Zeit verhindert Ankara Besuche deutscher Abgeordneter bei den Bundeswehr-Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt in Incirlik. Daher werden Forderungen nach einem Abzug der Bundeswehr von dort immer lauter.
Eine Rolle bei der Ablehnung spielt auch, dass Ankara mit Österreich eines der wichtigsten Partnerländer daran hindert, weiterhin an militärischen Übungen der Allianz teilzunehmen und somit NATO-Einsätze auf dem Balkan gefährdet – als Reaktion auf Kritik der Wiener Regierung an Erdogan.
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