Seit Januar dieses Jahres war wegen der Spitzelaffäre die staatliche Förderung für den türkisch-islamischen Moscheen-Dachverband Ditib unterbrochen. Gegen mehrere Imame des Religionsvereines ermittelt seither die Bundesanwaltschaft wegen Spionage.
Diese sammelten in deutschen Moscheen für den türkischen Staat Informationen über mögliche Anhänger der Gülen-Bewegung, wie im Dezember 2016 bekannt wurde. Zehn der 16 beschuldigten Imame haben unterdessen Deutschland verlassen.
Jetzt hat trotz aller Widrigkeiten die Bundesregierung die Finanzierung in Höhe von fast einer Million Euro wieder aufgenommen. »Unter Abwägung aller relevanten Aspekte wurde entschieden, dass die Mittelauszahlung für bereits bewilligte Projekte wieder fortgesetzt wird«, erklärte das von Manuela Schwesig (SPD) geführte Familienministerium.
Ein entsprechender Brief über die Freigabe der Mittel sei am Freitag an die Ditib geschickt worden. Ditib-Vertreter hätten demnach im Vorfeld eine »strikte Trennung zwischen den geförderten Modellprojekten sowie den vom Ermittlungsverfahren Betroffenen« zugesichert.
Die Ditib ist der größte Islam-Dachverband in Deutschland, der wegen seiner Nähe zur türkischen Führung äußerst politisch umstritten ist. Seit 2012 wurden Ditib-Projekte mit Fördergeldern in mehrfacher Millionenhöhe durch verschiedene Bundesministerien unterstützt. Darunter waren sogenannte Integrationskurse oder Projekte mit Jugendlichen.
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Trotz Spitzelaffäre gibt Bundesregierung Mittel frei
Ditib erhält weiter Millionenförderung
In der Spitzelaffäre um den türkisch-islamischen Dachverbands Ditib wird immer noch ermittelt. Trotzdem lässt das Familienministerium die zwischenzeitlich gestoppten Fördergelder in Höhe von rund einer Million Euro wieder fließen.
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