Fast 13 Milliarden Euro für den EU-Haushalt

Deutschland mit Abstand größter Nettozahler der EU

Brüssel präsentierte eine Auflistung, was die einzelnen EU-Länder letztlich finanziell erbringen oder erhalten. An der Spitze der Nettozahler liegt wie erwartet Deutschland mit 13 Milliarden Euro. Größter Nettoempfänger ist Polen mit 7,1 Milliarden Euro.

Freie Welt

Deutschland bleibt mit Abstand der größte Nettozahler in der Europäischen Union. Nach Angaben der EU-Kommission zahlte die Bundesrepublik im vergangenen Jahr fast 13 Milliarden Euro mehr in den EU-Haushalt ein, als es über diverse Töpfe zurückbekam.

Dahinter ist zweitgrößter Nettozahler Frankreich mit 8,2 Milliarden Euro, gefolgt von dem bald aus der EU ausscheidenden Großbritannien mit 5,6 Milliarden Euro. Weiteren Nettozahler sind Italien (2,3 Milliarden Euro), Niederlande (2,1 Milliarden Euro), Schweden (1,6 Milliarden Euro), Belgien (1,2 Milliarden Euro), Österreich (791 Millionen Euro), Dänemark (784 Millionen Euro) und Finnland (294 Millionen Euro).

Hingegen vorne bei den Nettoempfängern liegt weiter Polen, die rund 7,1 Milliarden Euro mehr aus dem EU-Haushalt erhielten, als es einzahlen musste. Es folgen dann bei den Empfängern Rumänien (6 Milliarden Euro), Griechenland (4,3 Milliarden Euro), Ungarn (3,6 Milliarden Euro) und Tschechien (3,3 Milliarden Euro).

Seit 2016 taucht sogar an letzter Stelle der Nettoempfänger Luxemburg mit 12 Millionen Euro Plus auf, während das Großherzogtum vorher immer auf der Liste der Nettozahler war.

Der EU-Haushalt finanziert sich überwiegend durch Beitragszahlungen. Diese orientieren sich an der Wirtschaftskraft der jeweiligen Mitgliedsstaaten. Ferner gibt es für Brüssel Einnahmen aus Zöllen und ein kleiner Anteil an der Mehrwertsteuer. Insgesamt gibt die EU jährlich 136,4 Milliarden Euro aus.

Derzeit führt die EU-Kommission eine Debatte wie man die finanzielle Lücke im Haushalt nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU schließt. Bisher ging man sogar von einer viel höheren Summe von 10 Milliarden Euro aus, die dann entstehen könnte.

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) forderte die verbleibenden Nettozahler vor einiger Zeit auf, künftig mindestens 10 Milliarden Euro mehr als bisher einzuzahlen, um die Brexit-Folgen auszugleichen.


Sven von Storch

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