Immer mehr erfolgreiche Klagen abgelehnter Asylbewerber

Deutsche Richter kassieren fast die Hälfte abgelehnter Asylentscheide

273.000 Klagen gegen abgelehnte Asylanträge gab es im ersten Dreivierteljahr 2017. Dabei entschieden in 44 Prozent der Verfahren die Verwaltungsrichter zugunsten der Asylsuchenden. Odt werden die Urteile aber in höheren Instanzen wieder aufgehoben.

Freie Welt

Fast die Hälfte aller abgelehnten Asylbewerber klagen vor deutschen Gerichten erfolgreich gegen die Ablehnung ihres Asylantrages durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wie aktuelle Zahlen der Bundesregierung über die ersten neun Monate des vergangenen Jahres ausweisen.

Insgesamt entscheiden in 44 Prozent aller Verfahren vor den Verwaltungsgerichten die Richter inhaltlich zugunsten der abgelehnten Asylbewerber. Allerdings werden viele Urteile dann in der nächsten Instanz wieder aufgehoben, so dass sich so die Verfahren in die Länge ziehen.

Besonders hoch sei die Erfolgsquote bei Syrern und Afghanen mit 69 und 61 Prozent. Hingegen gewannen Migranten aus Marokko und Algerien ihre Prozesse nur zu 12 beziehungsweise 10 Prozent. Letztere beiden Länder wollen Union und SPD zu sicheren Herkunftsländern erklären.

Mittlerweile wird gegen fast alle abgelehnten Asylanträge des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge geklagt. Bis Ende September des vergangenen Jahres wurden bereits 273.000 Klagen eingereicht. Knapp 100.000 Entscheide gab es in den ersten drei Quartalen 2017, fast eine Verdopplung zum Vorjahr.

Es  würden insbesondere Menschen aus Kriegs- oder Krisenländern wie Syrien ihren subsidiären Schutzstatus häufig nicht akzeptieren, sondern über den Klageweg eine Anerkennung als Flüchtling fordern. Dieser Status ist relevant, um Familienangehörige nach Deutschland nachholen zu können.


Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.