Während man uns erst vor wenigen Tagen anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik weismachen wollte, dass die Kriminalität in Deutschland rückläufig sei, zeigt uns eine aktuelle Meldung aus dem Strafvollzug etwas anderes, denn dort werden neue Spitzenwerte erreicht.
Die Zellen in den deutschen Gefängnissen sind laut Zahlen der Justizministerien der Bundesländer fast vollständig belegt. Einige Gefängnisse wie etwa in Baden-Württemberg sind bis zu 100 Prozent ausgelastet. Dabei wird von einer Vollbelegung schon gesprochen, wenn ein Gefängnis zu 85 bis 90 Prozent ausgelastet ist.
Darüber hinaus kam es in mehreren Bundesländern vermehrt zu Angriffen von Insassen gegen das Gefängnispersonal. So sei das Personal in den Gefängnissen von Nordrhein-Westfalen 34-mal im Jahr 2016 angegriffen worden, während es im Jahr 2017 bereits 72 Zwischenfälle waren. In Niedersachsen gab es zuletzt 45, in Rheinland-Pfalz 41 Übergriffe.
Flächendeckend stieg in den Bundesländern der Anteil ausländischer Häftlinge. Dabei hat Hamburg den Spitzenwert, wo 58 Prozent der Gefangenen Ausländer sind. 2012 lag dieser Wert noch bei 45 Prozent. 2017 ist der Ausländeranteil in Berlin mit 47, in Baden-Württemberg mit 46, in Hessen mit 44 und in Bayern mit 42 Prozent beziffert.
Besonders Sorgen in den Gefängnissen machen die steigende Anzahl an Islamisten. Deren Zahl habe sich etwa in hessischen Gefängnissen zwischen 2013 und 2017 mehr als verdreifacht. In Bayern sitzen aktuell 99 Islamisten hinter Gittern, in Nordrhein-Westfalen 34. 2012 waren es noch einzelne.
Der Bundesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands, René Müller, beklagt, »der Justizvollzug in Deutschland ist zur Zeit komplett überlastet«. Seine Kollegen würden zunehmend resignieren und »die Anerkennung durch die Politik« vermissen. Allein um offene Stellen zu füllen, brauche es bundesweit 2.000 Gefängniswärter mehr.


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