Die Landtagswahl in Tirol brachte als zweite Etappe im österreichischen Superwahljahr einen weiteren Erfolg für die ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Volkspartei schaffte mit ihren Landeshauptmann Günther Platter mit 44,3 Prozent wieder den Sprung über die 40-Prozent-Marke — ein Plus von 4,9 Prozentpunkten. Sie erhält damit 17 von 36 Mandaten. Die Wahlbeteiligung lag bei 60 Prozent.
Hinter der ÖVP folgt auf Platz 2 die SPÖ mit 17,3 Prozent, gefolgt von der FPÖ mit 15,5 Prozent. Beide Parteien konnten ebenfalls dazu gewinnen. Die Grünen fielen mit 10,7 Prozent auf Rang 4 zurück. Dahinter schafften noch die »Liste Fritz« des früheren ÖVP-Mitglieds und Spitzensportlers Fritz Dinkhauser mit 5,5 Prozent und die erstmals angetretenen linksliberalen Neos mit 5,2 Prozent den Einzug in den Tiroler Landtag.
Die Partei »Vorwärts Tirol«, die als ÖVP-Abspaltung noch 2013 mit vier Abgeordneten in Landtag eingezogen war, aber dann alle 2015 durch Austritt verlor, trat nicht mehr an. Landeshauptmann Platter zeigte sich erfreut über das Ergebnis seiner Partei: »Ich sehe es als persönliche Bestätigung und als Bestätigung meines Teams und dessen Arbeit.« Platter gilt als ein eigenständiger Kopf in der ÖVP. So weigerte er sich u.a. dem von Sebastian Kurz vorgenommenen Wechsel der Parteifarbe von Schwarz auf Türkis nachzukommen.
Für Platter, dem zwei Mandate zur Bestätigung der dritten Amtszeit fehlen, sind SPÖ, FPÖ, Grüne und die erstmals im Tiroler Landtag vertretenen Neos potenzielle Juniorpartner. Der 63-jährige will mit allen Gespräche führen und möglichst bis Ostern eine neue Landesregierung präsentieren. Erster Ansprechpartner soll aber nach dem starken Abschneiden die SPÖ sein, die mit Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik 3,5 Punkte zulegen konnte und das beste Ergebnis für die Sozialdemokraten seit 15 Jahren holte.
Bis 2013 regierte Platter bereits schon einmal mit der SPÖ, ehe er dann nach den deutlichen Verlusten der Sozialdemokraten und dem Erfolg der Grünen auf eine schwarz-grüne Koalition umschwenkte. Mittlerweile ist Schwarz-Rot aber durch die Koalition aus ÖVP und FPÖ auf Bundesebene ein Auslaufmodell. Die Frage ist, ob Platter entgegen diesem Trend Blanik als Partnerin nimmt. Immerhin darf nicht vergessen werden, dass die Freiheitlichen mit einem Plus von 6,2 Prozentpunkten der eigentliche Gewinner dieser Landtagswahl sind.
Tiroler Landtagswahl bestätigt Kurs der Regierungsparteien in Wien
Deutliche Zugewinne für ÖVP und FPÖ in Tirol
Die Landtagswahl in Tirol endete mit deutlichen Zugewinnen für die in Wien die Bundesregierung stellenden Parteien ÖVP und FPÖ. Nach 44,3 Prozent für die ÖVP kann Landeshauptmann Günther Platter nun seine dritte Amtszeit ansteuern.
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