Verteidigungsministerium reagiert auf ausbleibendem Soldaten-Nachwuchs

Bundeswehr soll Personalmangel mit Reservisten ausgleichen

Die Bundeswehr soll bis 2025 um 23.000 Soldaten wachsen, hat aber schon jetzt 15 Prozent der Dienstposten unbesetzt. Mit einem neuen Gesetz dürfen jetzt Reservisten die Personallücken angesichts von fehlendem Nachwuchs füllen.

Die Bundesregierung beabsichtigt den aktuellen Personalmangel in der Bundeswehr durch eine stärkere Einbeziehung von Reservisten auszugleichen. Demnach heißt es in einem Gesetzentwurf des Verteidigungsministeriums, dass Reservisten eingesetzt werden können, wenn Personallücken nicht anderweitig zu füllen seien und sonst die Funktionsfähigkeit einer Organisationseinheit gefährdet sei. Das Ziel sei laut Ministerium eine »temporäre Verbesserung der personellen Einsatzbereitschaft« der Bundeswehr.

Der Reservistendienst soll künftig auch in Teilzeit möglich sein, damit Reservisten dies mit einer Teilzeittätigkeit im zivilen Berufsleben kombinieren können. »Damit profitieren vor allem Dienststellen, die temporär und flexibel mit Personalengpässen umgehen müssen«, heißt es in dem Entwurf. Als Beispiel wurde genannt, wenn Personal wegen Elternzeit oder Lehrgängen abwesend ist.

Beschlossen werden soll der »Gesetzentwurf zur nachhaltigen Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr« an diesem Mittwoch vom Kabinett. Dafür beziffert das Verteidigungsministerium die Kosten auf 1,3 Millionen Euro jährlich. Derzeit sind laut Bundeswehr rund 15 Prozent der Dienstposten in eigenen Reihen nicht besetzt, was unter anderem damit zusammenhängt, dass die Personalgewinnung seit der Aussetzung der Wehrpflicht schwieriger geworden ist.

Eigentlich soll die Bundeswehr im Rahmen internationaler Verpflichtungen von derzeit 180.000 Soldaten bis 2025 auf 203.000 Soldaten wachsen, doch dabei ist mehr als fraglich, wie die Bundeswehr auch noch neue Posten angesichts des allgemeinen Fachkräftemangels besetzen will. Nach Angaben des Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels sank die Zahl neu angeworbener Bundeswehrsoldaten gerade auf einen historischen Tiefstand.


Sven von Storch

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