Im Bundesverteidigungsministerium rechnet man mit einem drastisch sich verschärfenden Personalmangel bei der Bundeswehr. Laut einem internen Papier seien 2020 nur noch die Hälfte der rund 760.000 Schulabgänger für die Armee geeignet. Dafür sorgen mangelnde Fitness, fehlende deutsche Staatsbürgerschaft oder eine generelle Ablehnung des Militärs unter jungen Erwachsenen.
Zur Deckung des Personalbedarfs der Bundeswehr müsste sich in Zukunft jeder vierte Schulabgänger bei der Truppe bewerben. Schon jetzt sei jede achte Stelle unbesetzt. 25.000 Soldaten fehlen. Daher beklagt angesichts der Zahlen der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD): Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, ohne Konzept, wie man ansonsten den Personalbedarf deckt.«
Das Papier des Verteidigungsministeriums stellt fest, dass die Bundeswehr 2015 nur jeden vierten Bewerber einstellte, wohingegen es 2017 schon 60 Prozent waren. Daher würde bereits heute die Qualität der Rekruten leiden. Vor kurzem kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an, wegen der Personalnot der Bundeswehr künftig auch EU-Ausländer anwerben zu wollen.
Noch nie gab es auch so viele minderjährige Rekruten wie jetzt, da man verstärkt unter Schulabgängern zu werben versucht. Seit 2011 hat sich die Zahl der Minderjährigen bei der Bundeswehr verdreifacht. Laut Verteidigungsministerium waren im vergangenen Jahr Dutzende Rekruten auch nach ihrer Probezeit noch nicht volljährig.
Hälfte der Schulabgänger nicht geeignet für die Truppe
Bundeswehr droht große Personalnot
Die Bundeswehr hat bereits jetzt zu wenig Soldaten und auch für die kommenden Jahre ist die Personalnot dramatischer als bisher bekannt. Jeder zweite Schulabgänger wird ungeeignet sein: nicht fit genug, zu pazifistisch eingestellt oder kein deutscher Pass.
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