Streit um illegale Einwanderung aus Afrika verschärft sich

Auch Belgien will keine illegalen Migranten mehr aufnehmen

Nachdem Italien drohte, keine EU-Beiträge mehr zu zahlen, wenn andere Mitgliedsländer nicht die 150 afrikanischen Migranten des Schiffs »Diciotti« aufnehmen, stellt Belgien klar: Man wird keinerlei illegalen Einwanderer aus Nordafrika mehr aufnehmen.

Belgien will keine illegalen Einwanderer mehr aufnehmen. Der belgische Staatssekretär für Asyl und Immigration, Theo Francken, erklärte, dass sein Land keine solchen mehr akzeptieren werde. »Belgien werde keine illegalen Einwanderer von Booten aus Nordafrika aufnehmen«, sagte der Politiker der Mitte-Rechts-Partei der Neuen Flämischen Allianz (N-VA). Man werde sich auch nicht von entsprechenden Forderungen aus Italien »einschüchtern« lassen.

Belgien übernahm noch vor einigen Wochen Migranten von einem anderen Schiff. Dazu betonte Francken, er habe nicht die Absicht, diese Geste zu wiederholen. »Ich sagte, es wäre eine einmalige Anstrengung und das endet hier.« Italiens stellvertretender Regierungschef Luigi Di Maio drohte, dass er Italien nicht mehr seine jährlich 20 Milliarden Euro an EU-Haushaltsbeiträgen zahlen werde, wenn andere Länder keine Migranten bei sich aufnehmen.

Daraufhin führte die EU-Kommission noch einmal Gespräche mit den Mitgliedstaaten über die Aufnahme von Einzelpersonen der mit dem selbsternannten Rettungsschiff »Diciotti« gerade in Sizilien wieder eingetroffenen 145 Migranten, was jedoch keine Wirkung zeigte. Für Freitag wurde in Brüssel ein Treffen von Vertretern von 12 Mitgliedstaaten einberufen, um das weitere Vorgehen in der Frage zu erörtern.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.