Aus Sorge um den Datenschutz

Asylbehörde lehnte Software zur Spracherkennung ab

Einmal mehr hätte ein Fall wie des Attentäters Anis Amri verhindert werden können. Der Asylbehörde BAMF wurde Frühjahr 2016 eine Software angeboten, mit der anhand der Sprache die Herkunft von Asylsuchenden festgestellt werden kann.

Freie Welt

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bekam im Frühjahr 2016 zur Identifizierung von Asylsuchenden durch mehrere IT-Unternehmen aus Deutschland und Israel hochentwickelte Spracherkennungsprogramme angeboten und lehnte diese insbesondere aus Sorgen um den Datenschutz ab.

Viele Geheimdienste setzen bereits im Rahmen ihrer Arbeit Spracherkennungsprogramme ein. Eines der dem BAMF angebotenen wird erfolgreich vom israelischen Geheimdienst verwendet. Die modernen Programme können anhand von Gesprächsanalysen die Herkunft eines Sprechers mit hoher Wahrscheinlichkeit identifizieren.

Dabei werde nicht nur festgestellt, ob jemand seine Muttersprache spricht, sondern sogar die Zuordnung des Dialektes zu einzelnen Regionen sei möglich. Mit den Programmen wäre beispielsweise die 14 falschen Identitäten des späteren Attentäters vom Berliner Weihnachtsmarkt Anis Amri, aber auch die des Soldaten Franco A. enttarnbar gewesen.

Unterdessen prüfe die Behörde wieder den Markt für »Systeme der Sprach- und Gesichtserkennung«, wie das Bundesinnenministerium bestätigte. Eine Testreihe sei geplant. Die bisherige Methode, jeweils Gutachter zu bestellen, sei ausgesprochen umständlich und kostspielig. Rund 60 Prozent der Asylantragsteller erscheinen bei den deutschen Behörden ohne Papiere.

Mehr dazu unter faz.net

Sven von Storch

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