Italiens Innenminister Matteo Salvini verdeutlicht: Diese Migranten fliehen nicht vor Krieg und Hunger

50 Afrikaner vom Schiff Diciotti in Italien abgetaucht

50 der 144 afrikanischen Migranten vom Schiff »Diciotti«, die nach Tagen doch in Italien an Land gehen durften, nachdem andere Staaten zur Aufnahme bereit waren, sind laut Innenminister Salvini aus ihren vorläufigen Unterkünften spurlos verschwunden.

Italiens Innenminister Matteo Salvini gab bekannt, dass von den 144 von dem Schiff »Diciotti« in Italien an Land gegangenen afrikanischen Migranten 50 untergetaucht seien. Sie seien spurlos aus Aufnahmeeinrichtungen verschwunden, bevor sie nach Abschluss der Identitätsfeststellung in jene Länder gebracht werden konnten, die sich zu deren Aufnahme bereit erklärten.

Die Migranten hätten »so sehr Bedarf an Schutz, einem Dach über dem Kopf und einer Decke gehabt, dass sie entschieden zu gehen und zu verschwinden«, schrieb dazu Salvini auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. »Das ist die x-te Bestätigung, dass diejenigen, die in Italien ankommen, keine Skelette sind, die vor Krieg und Hunger fliehen«, ergänzte der Minister aus Reihen der Lega.

Die überwiegend aus Eritrea stammenden Migranten waren Mitte August im Mittelmeer von dem Schiff »Diciotti« aufgenommen worden. Salvini verweigerte den Menschen zehn Tage lang an Land zu gehen, bis nach einigem Zögern andere Staaten ihre Bereitschaft zur Aufnahme der Afrikaner im Rahmen eines Asylverfahrens zeigten, darunter war auch das Nicht-EU-Land Albanien.

Übergangsweise waren die Migranten in Einrichtungen der katholischen Kirche untergebracht. Der Direktor der italienischen Caritas, Francesco Soddu, erklärte, dass die Migranten keine Gefangenen seien. »Die katholischen Einrichtungen, die sie aufnehmen, können sie nicht zum Verbleib zwingen«, sagte Soddu. Für viele Migranten sei Italien halt nicht das Ziel.


Sven von Storch

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