Fast die Hälfte aller angeordneten Rückführungen nicht vollzogen

21.000 Abschiebungen im vergangenen Jahr gescheitert

Mehr als eine halbe Million abgelehnter Asylbewerber leben offiziell in Deutschland. Im vergangenen Jahr 2017 wurden lediglich 25.671 Abschiebungen durchgeführt. In nahezu ähnlicher Höhe scheiterten aber 20.869 Rückführungen kurzfristig.

In Deutschland scheiterten im vergangenen Jahr fast 21.000 Abschiebungen abgelehnter Asybewerber. Als häufigste Grund der 20.869 fehlgeschlagenen Rückführungen wurde die »nicht erfolgte oder verspätete Zuführung« aus Sicherheitskreisen vermeldet. Dabei sind 9.213 Abschiebungen erst am Tag des Abflugs gescheitert, weil die Betroffenen nicht angetroffen wurden, Atteste über Flugunfähigkeit hatten oder Einspruch einlegten.

Ferner kam es 313 Mal vor, dass Piloten die Mitnahme abgelehnter Asylbewerber verweigerten. Diese könnten eine Beförderung ablehnen, wenn Passagiere besonders aggressiv aufträten, die »Sicherheit anderer Passagiere gefährden« oder aufgrund des Auftretens »mit körperlichen Auseinandersetzungen zu rechnen ist«. Insgesamt wurden  25.671 Rückführungen aus Deutschland im Jahr 2017 erfolgreich vollzogen.

Die Zahl nicht durchgeführter Abschiebungen könnte laut »Bild«-Zeitung noch weitaus größer sein. Gut 20.000 Rückführungen wurden aufgrund von Stornierungen eines Bundeslandes gar nicht erst eingeleitet. Rund 65.000 Abzuschiebende werden allein deswegen geduldet, weil ihnen persönliche Ausweisdokumente fehlen. Insgesamt leben mehr als eine halbe Million abgelehnte Asylbewerber in Deutschland mit einem Duldungsstatus.

Sven von Storch

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