Der vorübergehende Anmeldestopp von Nicht-Deutschen bei der Essener Tafel, nachdem der Ausländeranteil unter den Nutzern mittlerweile bei über 75 Prozent liegt, sorgt für intensive Diskussionen. Die Maßnahme sorgt bei den meisten Menschen für breites Verständnis. Trotzdem meint die Bundesregierung die soziale Einrichtung kritisieren zu müssen.
Jetzt findet die Entscheidung sogar Unterstützung durch die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht. Sie hält die Aufregung über den von der Essener Tafel beschrittenen Weg »über alle Maßen scheinheilig«, sagte Wagenknecht gegenüber dem Deutschlandfunk (DF), zumal das Problem sei seit langem bekannt sei.
Die Probleme bestünden auch deshalb, weil jetzt sehr viel mehr Menschen auf diese Leistungen angewiesen seien, sagte die Linken-Politikerin. Auch bei anderen Tafeln gebe es längst Rationierungen. Es sei »wirklich ungeheuerlich“, dass viele Menschen – Ältere, Rentner, Arbeitslose, Geringverdiener – überhaupt auf solche Leistungen angewiesen seien.
»Ich fände es viel besser, statt dass jetzt auch von Seiten der Bundesregierung die Essener Tafel gescholten wird, dass man vielleicht mal darüber nachdenkt, warum so viele Rentnerinnen und Rentner heute bei der Tafel essen müssen«, kritisierte Wagenknecht in dem Interview. Dann könne eine Rentenerhöhung eine Lösung sein.
»Ich finde es falsch, die Tafeln in dieser Weise zu überlasten«, äußerte Wagenknecht. Die Bundesregierung habe die Entscheidung damals getroffen, sehr viele Menschen aufzunehmen, und sie hat sich in keiner Weise darum gekümmert, wie die Folgen jetzt so zu gestalten sind, dass sie nicht zulasten der Ärmsten gehen und der Ärmeren.
»Und gerade diejenigen, die bei den Tafeln sich sozusagen …, die darauf angewiesen sind, dort ihre Lebensmittel zu holen, das sind die Allerärmsten. Und deswegen muss man alles dafür tun, dass es da keine Verteilungskonflikte gibt«, sagt sie hinsichtlich der Entwicklung, dass sich viele ältere Menschen nicht mehr aufgrund der vielen Migranten zur Tafel wagen.
Auf die Frage, ob die Entscheidung eine Form von Rassismus sei, entgegnete Wagenknecht: »Also ich weiß von sehr engagierten Menschen, die bei den Tafeln arbeiten und […] darüber klagen, dass sie begrenzte Möglichkeiten haben, weil einfach die Lebensmittelzufuhr nicht so vermehrt wurde wie die Nachfrage.
Und wenn ich natürlich immer mehr Nachfrage habe, aber ich kann nicht mehr Lebensmittel verteilen, dann habe ich ein Problem, weil das heißt: Alle, die nachfragen, bekommen weniger, auch die, die vorher schon da waren.«
Es sei wichtig, die Probleme in diesem Bereich anzupacken, »statt jetzt eine moralisierte Debatte zu führen, die niemanden weiterbringt«. Vielmehr ginge es darum, dass nicht ausgerechnet diejenigen, denen es sowieso nicht gut gehe, jetzt auch noch die Lasten der Zuwanderung zu tragen haben. Das sei die Konsequenz der Politik der Bundesregierung.
Diese habe aufgenommen und die Weichen so gestellt, dass viele Menschen kommen konnten. Aber diese Politik habe sich eben auch nicht darum gekümmert, wie die jetzt damit verbundenen Probleme zu lösen seien, erklärte Wagenknecht. Nicht nur die Tafeln seien als Folge der Migrantenkrise überlastet, sondern auch Schulen und Kommunen.
»Und die Bundesregierung macht einfach so weiter, als wäre nichts passiert, lässt die Kommunen alleine, lässt die Tafeln alleine. Und jetzt regt sie sich darüber auf, wenn an einer Stelle so ein Konflikt auftaucht, und das finde ich heuchlerisch«, beklagte anschließend die Linken-Politikerin. Man stelle sich vor, ähnlich hätte sich ein AfD-Politiker geäußert...
Linken-Politikerin kritisiert Folgen von Merkels Zuwanderungspolitik zu Lasten der sozial Bedürftigen
Wagenknecht findet Kritik an Essener Tafel scheinheilig
Die Bundesregierung tadelt die Essener Tafel, weil sie vorübergehend keine Migranten mehr mit Essen versorgt. Die Antifa verübte sofort einen Anschlag. Hingegen kommt jetzt Unterstützung für die Tafel sogar von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht.
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