Nach asylkritischen Äußerungen bei CDU-Werkstattgespräch aus Internet entfernt

Frankfurter Goethe-Uni löscht Professor nach Migrationskritik

Immer wieder werden an deutschen Hochschulen Fälle publik, wo Professoren wegen vom Mainstream abweichender Positionen Repressalien ausgesetzt sind. Jetzt wurde an der Uni Frankfurt der Politologe Egbert Jahn aus Listen getilgt, nachdem er sich bei einem CDU-Kongress asylkritisch äußerte.

Der emeritierte Professor Egbert Jahn wurde von der Goethe-Universität Frankfurt am Main offenbar wegen kritischer Äußerungen zum Asylsystem auf dem CDU-Werkstattgespräch zu Lehren aus der Flüchtlingspolitik ab 2015 aus allen Namensverzeichnissen der Hochschule gelöscht. Jahns Aussagen wurden damals sofort in den Medien aufgegriffen.

Der 77-jährige Politikwissenschaftler, der sich in den 70er und 80er Jahren in linken Gruppen engagierte, sprach sich dafür aus, Flüchtlinge für die Dauer des Asylverfahrens »auf einer Insel oder in abgelegenen Gebieten Europas« unterzubringen. Mit der Maßnahme sollte für illegale Einwanderer eine menschenwürdige Lebensumgebung geschaffen, andererseits eine abschreckende Wirkung erreicht werden.

Laut »Bild«-Zeitung soll die CDU-Zentrale auf Nachfrage dem Professor versichert haben, es habe für seine Thesen überwiegend »anerkennende Worte« gegeben, jedoch wurde nur wenige Stunden nach seinem Auftritt bei der Veranstaltung seitens der Universität alle Hinweise auf den Dozenten, der immer noch Kurse für Senioren anbietet, von den Internetseiten getilgt. Das gleiche gilt für das Personenregister der Lehrenden an der Uni.

Kritik gibt es vom Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, an der Entscheidung der Hochschule. »Denk- und Meinungsfreiheit sind an der Goethe-Universität zu Frankfurt nicht erwünscht. Dort werden nur linke Meinungen geduldet – und die wollen unter sich bleiben«, beklagte Wendt.

Henrik Wärner, der Vorsitzende des unionsnahen Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS), distanzierte sich von Jahns Thesen, kritisierte jedoch zugleich das Vorgehen der Universität: »Die Zensur der Professur hat mit freier Lehre nichts zu tun und ist für uns nicht tragbar!«

Die Frankfurter Universität lehnte eine Stellungnahme zu der Entfernung des Namens ab. Jahn wollte den Vorfall um seine Person gegenüber Medien ebenso nicht kommentieren, stellte lediglich fest, dass seine Vorlesungen zum Sommersemester wohl deutlich schlechter besucht würden, schließlich finde man sie im Internet ja nicht.


Sven von Storch

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