Druck auf kriminelle Großfamilien aus dem Nahen Osten soll erhöht werden

Arabische Clans verfügen in Deutschland schon über 200.000 Mitglieder

Immer dreister und perfider treten arabische Clans und Großfamilien in Deutschland im Rahmen der organisierten Kriminalität auf. Jetzt, wo lange eine Entwicklung verschlafen wurde, will man gegen eine schon 200.000 Personen umfassende Gruppe vorgehen.

Die Kriminalität in Deutschland durch arabische Clans wird zu einer immer größeren Herausforderung für den Rechtsstaat. Daher kündigen Bundesinnenministerium (BMI) und das Bundeskriminalamt (BKA) jetzt an, den Druck auf die teils schon seit Jahrzehnten ansässigen, mittlerweile weitverzweigten Großfamilien deutlich erhöhen zu wollen.

Staatssekretär Hans-Georg Engelke aus dem Bundesinnenministerium äußerte gegenüber der »Bild«-Zeitung: »Wir wollen künftig noch konsequenter gegen Clan-Kriminalität vorgehen. Clan-Kriminalität prägt ein negatives Bild der Integration in Deutschland und gefährdet zugleich das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat. Das werden wir nicht dulden! Vor allem geht es jetzt darum, die Bildung neuer krimineller Clans frühzeitig zu erkennen und erforderliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen.«

Das BKA ist aktuell damit beauftragt, ein Bundeslagebild zur Clan-Kriminalität zu erstellen, wobei ein Problem darin liege, dass »bisher keine einheitlichen Erfassungskriterien« bestehen und dass der Begriff »Clan-Kriminalität« bundesweit »noch nicht abschließend definiert ist«. Man hätte aber bereits erste Erkenntnisse, etwa dass die Clan-Kriminalität ein »überregionales Phänomen« sei. Besonders betroffen sind davon Berlin, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Das Personen-Potential der Clan-Familien in Deutschland soll sich nach Schätzungen des BKA auf 200.000 Familienmitglieder belaufen. Im Jahr 2017 gab es 39 Verfahren im Bereich Organisierte Kriminalität (OK), die Bezüge zu arabischen, aber auch türkischen Clans beziehungsweise zu Großfamilien hatten. Die Clans seien vor allem im Drogenhandel, der Eigentums- und Wirtschaftskriminalität sowie der Geldwäsche und Schleusung von Flüchtlingen tätig.

Allein in Berlin sind nach Angaben von Sicherheitsbehörden zwölf solcher Großfamilien mit mehreren hundert Mitgliedern ansässig. Die meisten mit Wurzeln im Libanon und Palästina. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik kündigte bereits am Freitag an, weiter mit Nachdruck gegen kriminelle Teile arabischer Clans zu ermitteln, nachdem vor kurzem mehrere Immobilien in dem Milieu beschlagnahmt wurden. Nach ihren Angaben sind 25 Prozent der organisierten Kriminalität arabischen Clans zuzurechnen.

Laut Berliner Polizei richteten sich im Vorjahr 14 der 68 größeren Ermittlungsverfahren zur organisierten Kriminalität gegen Banden mit arabisch-libanesischstämmigen Mitgliedern. Dabei hatten mehr als die Hälfte der Verdächtigen aus diesen Clans inzwischen einen deutschen Pass, der ihnen einen dauerhaften Verbleib in Deutschland garantiert.

Sven von Storch

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