Wieder einmal hätte ein Mord verhindert werden können, wenn der Täter wie vorgesehen abgeschoben worden wäre. Der 19-jährige Krankenpfleger Karl M. hatte sich Anfang Februar nach einem von ihm besuchten Fußballspiel des 1. FC Union Berlin mit einem 15-jährigen Freund im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg getroffen.
Dort wurde der junge Fußballfan von einem ihm Unbekannten, der in Begleitung einer Frau war, verbal mit »Hurensöhne«, »Schwuchteln« und ähnliches attackiert. Karl M. versuchte dies zu ignorieren und lief um einen gewaltsamen Konflikt zu vermeiden mit seinem Bekannten weiter. Daraufhin folgte die Person den beiden und verpasste Karl M. zwei Schläge ins Gesicht.
Die beiden jungen Männer suchten um so schneller das Weite in Richtung eines Supermarktes, gefolgt von dem Unbekannten, der dann plötzlich rief: »Soll ich einen von euch stechen?« Schon kurz darauf hörte man ein Taschenmesser klacken, ehe die beiden sich noch umdrehen konnten.
Hinterrücks wurde ein Messer in den Oberkörper von Karl M. gerammt. Wenige Stunden später starb der junge Mann in einem Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Der Täter und seine Begleiterin entkamen, obwohl die Tat bei Tage auf dem Parkplatz eines frequentierten Supermarktes passierte.
Zwei Tage später gedachten Hunderte Anhänger des Berliner Zweitligisten dem verstorbenen Fan. Der Verein sagte für eine Woche alle Veranstaltungen ab, da die Eltern auch seit vielen Jahren Mitglied des Klubs sind. Es bestand die Vermutung, dass die Tat auch in Zusammenhang damit gestanden haben kann, dass er ein Trikot des Klubs trug.
Über zwei Monate lang wurde von der Polizei intensiv nach einem Täter gefahndet, doch niemand in der Umgebung kannte den von der Bekleidung optisch auffälligen Mann und seine Begleiterin, die zudem einen Hund dabei hatten. Jetzt wurde im brandenburgischen Finsterwalde ein 29-jähriger Mann festgenommen.
Es handelt sich um den rumänischen Staatsbürger Razvan C. Diesser war unter anderem wegen Körperverletzung, Drogendelikten und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz mehrfach vorbestraft und sollte schon seit längerem auch aus über den Vorstrafen hinausgehenden Gründen aus Deutschland abgeschoben werden. Dieses wurde unterlassen.
Ihm war das von der EU gewährte sogenannte Freizügigkeitsrecht entzogen worden. Auch Voraussetzungen wie ein Daueraufenthaltsrecht sowie ausreichende eigene Mittel für den Lebensunterhalt und die Krankenversicherung soll Razvan C. nicht erfüllt haben. Daher lag gegen ihn ein Abschiebehaftbefehl vor. Er lebte bei einer Lebensgefährtin in Finsterwalde.
Mehrfach vorbestrafter Rumäne ermordete in Berlin jungen Fußballfan
19-jähriger durch Abzuschiebenden hinterrücks erstochen
Zwei Monate nachdem in Berlin der 19-jährige Karl M. vor einem Supermarkt hinterrücks erstochen wurde, hat die Polizei einen 29-jährigen geschnappt. Es handelt sich um den mehrfach vorbestraften Rumänen Razvan C., der schon seit langem abgeschoben werden sollte.
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