Die Stiftung Bauhaus Dessau erteilte nach Kritik an einem vom ZDF für den 6. November geplanten Konzert der ultralinken Punkrockband »Feine Sahne Fischfilet« in dessen Aula per Hausrecht dem öffentlich-rechtlichen Sender eine Absage für die Veranstaltung.
Die mecklenburgische Band »Feine Sahne Fischfilet« fand bereits im Verfassungsschutzbericht ihres Bundeslandes im Kapitel Linksextremismus Erwähnung, da sie Texte mit »Deutschland verrecke« und »Bullen in die Fresse« verbreite, ihr Sänger sich in einem Interview auch schon damit brüstete, selber mal einen Polizeiwagen angezündet zu haben.
»Das Bauhaus Dessau ist historisch und zeitgenössisch ein Ort für alle Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Nationalität. Politische extreme Positionen, ob von rechts, links oder andere finden am Bauhaus Dessau keine Plattform, da diese die demokratische Gesellschaft – auf der auch das historische Bauhaus beruht – spalten und damit gefährden.«, erklärte die Stiftung.
Das Bauhaus solle nicht zum Austragungsort politischer Agitation und Aggression werden, hieß es weiter seitens der Stiftung, nachdem es in sozialen Netzwerken Proteste gegen das Konzert gab. Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe (CDU) sagte: »Die Einladung der Band ist schwer bis nicht nachvollziehbar.« Zugleich wurde die Politisierung der Reihe »ZDF@Bauhaus« kritisiert.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige CDU-Stadtrat von Dessau, Andreas Mrosek, übte ebenso Kritik: »Es ist ein Skandal, dass ein von Zwangsabgaben finanzierter und zur Ausgewogenheit verpflichteter öffentlich-rechtlicher Sender einer linksextremistischen Band ein solches Forum bietet.«
Der aktuelle Vorsitzende des Bauhaus Verbundes, Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), kritisierte die Absage und widersprach in einem Brief an die Mitglieder des Museumsverbandes entschieden den Äußerungen der Stiftung Bauhaus Dessau, das Bauhaus sei ein »bewusst unpolitischer Ort«.
Der Stiftungsrat Bauhaus Dessau setzt sich aus drei Vertretern des Landes, zwei Bundesvertretern und zwei Vertretern der Stadt Dessau zusammen, darunter den Oberbürgermeister der Stadt, Peter Kuras (FDP). Der Vorsitzende des Stiftungsrates ist Rainer Robra (CDU), Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und Chef der Staatskanzlei.
Beifall bekam Linken-Politiker Lederer letztlich auch von der Berliner CDU-Politikerin Monika Grütters, die Kritiker an dem Auftritt als politisch rechtsaußen verortete, da sich die Band gegen Rechtsextremismus engagiere. »Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass der Druck der rechtsextremistischen Szene ausreicht, ein Konzert zu verhindern«, sagte Kulturstaatsministerin Grütters.
Die Kunstfreiheit genieße in Deutschland hohen Verfassungsrang. Dieser Stellenwert sei die Lehre aus der deutschen Geschichte mit dem Angriff auf die Demokratie von rechten und linken Antidemokraten., fügte Grütters an, und nahm damit »Feine Sahne Fischfilet« und ihre anstößigen Texte in Schutz.
Nachdem das ZDF und Feine Sahne Fischfilet unterdessen erklärten, man wolle nach einem alternativen Standort in Dessau suchen, bot jetzt Berlins linker Kultursenator Klaus Lederer in der Bundeshauptstadt Asyl an: Das ZDF-Konzert von Feine Sahne Fischfilet könne in Berlin stattfinden, und zwar im Gebäude des Bauhaus-Archivs.
Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra verteidigte die Absage in Dessau. Eine politische Konfrontation sei mit dem Bauhaus nicht vereinbar, sagte der CDU-Politiker. Die Band sei vor einigen Jahren wegen einer »explizit anti-staatlichen Haltung« im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern genannt worden.
Nach Absage des Bauhaus Dessau für ZDF-Konzert linksradikaler Punkrocker
Lederer (Linke) will Feine Sahne Fischfilet nach Berlin holen
Das Bauhaus Dessau kündigte nach Protesten dem ZDF ein Konzert der linksradikalen Punkband »Feine Sahne Fischfilet«, die Songs wie »Deutschland verrecke« singen. Jetzt will Berlins Kultusenator Lederer (Linke) dem ZDF das Berliner Bauhaus-Archiv anbieten.
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