Satiriker wagt aus Angst ums Leben nicht Scherze über Islam zu machen

Jürgen von der Lippe_ Political Correctness ist eine der großen Geißeln unserer Tage

Unterhaltungskünstler Jürgen von der Lippe sorgt sich um eine wachsende Political Correctness, etwa beim »Gendersprech«, aber auch religöse Fanatiker. Aus Angst um sein Leben traue er sich daher auch nicht, Scherze über den Islam zu machen.

Über einige Dinge könne man heute keine Witze mehr machen, beklagt der Unterhaltungskünstler Jürgen von der Lippe. Die Kleinlichkeit beim »Gendersprech« sei das eine: sie grenze seiner Meinung nach »an den Bereich der Kriminalität«, beklagt der Entertainer.

»Bücher wie Astrid Lindgrens 'Pippi Langstrumpf', aus dem wir den Negerhäuptling rauspulen sollen«, so von der Lippe seien das andere. »Dann müssen wir auch an die Bibel ran«, warnt der 70-jährige.

Von der Lippe räumt ein, aus Angst um sein Leben auch keine Witze über den Islam zu machen. »Da bin ich nicht genug eingelesen. Aber selbst wenn ich das wäre, würde ich mich wohl nicht trauen. Da ist mir mein Leben wichtiger als ein guter Gag«, sagt der gebürtige Rheinländer, der einst bei der Band Gebrüder Blattschuß spielte.

Gleichwohl betonte der Komiker, politisch unkorrekte Witze müssen erlaubt sein. »Political Correctness ist ja eine der großen Geißeln unserer Tage.« Dass er selbst keine Shows mehr im Fernsehen moderiere, vermisse er aber nicht. »Es ist befreiend. Ich ertrage diese Mechanismen nicht mehr«, sagte er.

Er erläutert: »Ich habe noch die goldenen Zeiten erlebt. Da gab es keine Fernsehdirektoren, irgendwelche Bereichsleiter und all diese Pöstchen. Und dann wird uns immer erzählt, dass es kein Geld fürs Programm gibt. Na klar, weil es zu viele Idioten gibt, die das Programm verhindern.«

Von der Lippe äußerte bereits 2015 seine Beunruhigung über das Erstarken des Islam. In einem Interview sagte er, die Religiosität nehme weltweit zu. »Ich sehe das mit einer gewissen Beunruhigung, was den Islam angeht.« Das Problem sei, „dass man mit religiösen Fanatikern nicht diskutieren« könne.

»Da kann man nur darauf warten – wie das im Iran der Fall zu sein scheint – dass die junge Generation aufgrund von Internet und Kommunikationsmedien irgendwann sagt: ‚Nee, geht weg mit eurem alten Zeug’«, so von der Lippe.


Sven von Storch

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