Abdullah Zeran möchte mit Neubau »Marktlücke« schließen

Frankfurter will Schwimmbad nur für Muslime

Ein Frankfurter türkischer Abstammung sucht derzeit Investoren für etwas, was er eine »Marktlücke« mit großem Potential sieht. Er möchte in seiner Stadt ein Schwimmbad nur für Muslime bauen, damit dort nach Geschlechtern getrennt geschwommen werden kann.

Wenn es nach dem Frankfurter Hausmeister Abdullah Zeran geht, soll es bald in der Hessen-Metropole am Main ein Schwimmbad nur für Muslime geben. Der bei einer großen Behörde arbeitende 38-Jährige sucht zusammen mit einem Geschäftspartner nach Investoren.

Er will damit eine »Marktlücke« schließen und Kundschaft im Umkreis von bis zu 90 Kilometern anlocken. Dazu sagt Zeran: »Muslimische Eltern haben ein Problem, wenn die Kinder der Klasse gemeinsam Schwimmunterricht haben«.

Ihnen sei es am liebsten, wenn Jungen und Mädchen sich generell nur getrennt von einander in einem Becken aufhalten würden. Wenn Kinder am verpflichtenden Schwimmunterricht in der Schule teilnehmen müssen, dürften die Mädchen nur mit Burkini ins Wasser gehen oder würden am Tag krankgemeldet.

Ein Problem sieht er nicht darin, dass das Vorhaben muslimische Kinder unter Umständen von anderen abgrenze. »Es ist doch egal, der eine geht freitags in die Moschee, der andere samstags in die Synagoge, der dritte sonntags in den Gottesdienst. Wir haben doch viel gemeinsam«, findet Zeran.

»Ich habe Marktforschung gemacht und sage: 'Ein Bad für strenge Moslems ist eine Marktlücke. Das gibt es noch nicht. Es ist das erste solche Bad«, betont Zeran. Er habe Zusagen von türkischen Gemeinden, deren Mitglieder dann extra anreisen würden.

»Wir könnten und wollen in unserem Bad auch Schwimmunterricht für muslimische Mädchen anbieten und suchen die Zusammenarbeit mit dem Schulamt«, sagt Zeran.
Skeptisch äußert sich das Bildungs- und Integrationsdezernat Frankfurt. »Bis jetzt gibt es nichts, was dafür spricht, die Pflichtveranstaltung Schwimmunterricht anders als im Klassenverband abhalten zu lassen", erklärte Jan Pasternack, Referent von Bildungs- und Integrationsdezernentin Sylvia Weber.

Hingegen wirft Zeran der Stadt vor, die Probleme strenggläubiger Muslime nicht ausreichend im Blick zu haben. »Man kann doch aufeinander zugehen. Muslimische Kinder erhalten Schwimmunterricht und das Gewissen der Eltern ist beruhigt, weil alles im Einklang mit der Religion stattfindet«, findet er.
Zeran sucht jetzt zur Umsetzung seines Plans Geldgeber. Dazu will er neben der Stadt auch Unternehmen und Privatleute ansprechen. Dazu muss er bis zu drei Millionen Euro laut eigener Schätzung zusammenbringen, um das Schwimmbad bauen zu können.

Eine Vision hat er schon hinischtlich des Aussehen seines Bades: »Es muss nicht groß sein. 1.000 Quadratmeter statt 3000, das reicht ja. Dazu eine kleine Sauna.« Für ihn sei es gewissermaßen die Vollendung der Integration, wenn eine Gruppe sich nicht mehr dafür entschuldigen müsse, wenn sie bestimmte Dinge anders regele als die anderen.

>Über sich sagt Zeran: »Ich habe ausschließlich den deutschen Pass. Ich bin deutscher Patriot, vielleicht patriotischer als manche, die mich angreifen.« Mit dem Schwimmbad wolle er muslimischen Eltern einfach ein Angebot machen, die ein Problem damit hätten, wenn ihre Kinder Schwimmunterricht in der Schule besuchten.


Sven von Storch

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