Der als »U-Bahn-Treter« von Berlin-Neukölln bekannt gewordene Gewalttäter, der in den vergangenen Tagen als der 27-jährige Bulgare Svetoslav S. identifiziert wurde, konnte am Sonnabendnachmittag in Berlin in einem aus Südfrankreich kommenden Reisebus festgenommen werden. Er soll nun wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt werden.
Zum Verhängnis wurde dem Bulgaren die Veröffentlichung eines in den Medien verbreiteten Überwachungsvideo, wie er in Begleitung weiterer Personen eine 26-jährige Frau mit einer Bierflasche in der Hand ohne sichtbaren Anlass von hinten in den Rücken tritt und sie die Treppe des U-Bahnhofs Herrmannstraße hinunterstürzt. Dabei brach sich diese den Arm.
Den Justizbehörden seiner bulgarischen Heimat ist Svetoslav S. nicht unbekannt. Wegen Diebstahl und Raub gilt er dort als mehrfach vorbestraft. Und auch in Deutschland fiel Svetoslav S. wegen seiner Gewaltbereitschaft auf, so auch in einer Berliner Asylbewerberunterkunft, in der er verweilte, trotzdem er immer wieder auch zu seiner Familie nach Bulgarien fuhr.
So erinnerte sich ein ehemaliger Security-Mitarbeiter der Asylbewerbereinrichtung im ehemaligen Flughafen Tempelhof an ihn sowie seine Kumpanen und gab der Polizei letztlich auch den entscheidenden Tipp zu dessen Indentifizierung sowie zwei seiner ihn bei der Tat begleitenden Brüder anhand des veröffentlichten Videos.
»Er trug immer die gleichen Klamotten und tauchte fast jeden Tag mit seinen Brüdern hier auf, um einen Verwandten abzuholen, der in unserer Unterkunft als Flüchtling registriert ist«, sagte der Security-Mitarbeiter. Am Abend seien sie dann meistens volltrunken wieder zurückgekehrt.
Da in der Unterkunft ein striktes Alkoholverbot herrsche, soll die Gruppe um Svetoslav S. dann häufig demonstrativ die Bierflaschen vor den Augen der Security-Mitarbeiter geleert und diese auch immer wieder verbal provoziert haben.
Der Berliner Polizei gelang zunächst nicht die Aufklärung des Verbrechens. Erst als nach sechs Wochen das Video veröffentlicht wurde und über eine Million mal gesehen wurde, wendete sich das Blatt dank der Öffentlichkeit.
Unterdessen sorgt der Fall des U-Bahn-Treters Svetoslav S. in seinem Herkunftsland Bulgarien für heftige emotionale Debatten. Dabei fürchten viele Bulgaren, dass das Image ihres Landes unter dem Vorfall leide. Dabei kommt auch zur Sprache, dass der Täter gar kein »echter Bulgare«, sondern Roma aus einem Zigeunerviertel im ostbulgarischen Varna sei.
Mit Borislav Denchev sagt ein junger Psychologe aus Varna, was viele dort denken würden. »Das Problem, das wir damit haben, ist dies: Wir sind nicht so, unsere Gesellschaft und Kultur sind nicht so, aber wir fürchten, dass man uns jetzt im Ausland so sehen wird, als seien wir wie die« und verweist damit auf die Roma, welche derzeit 50 Prozent aller Häftlinge in Bulgarien ausmachen.
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Svetoslav S. festgenommen
Berliner U-Bahn-Treter polizeibekannter Krimineller
Am Wochenende wurde in Berlin »U-Bahn-Treter« Svetoslav S. festgenommen. Dieser war in seiner bulgarischen Heimat schon mehrfach vorbestraft und fiel auch in Berlin in einer Asylbewerberunterkunft als gewaltbereit auf.
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