Kriege kosten bekanntlich viel Geld. Und das Geld wird während der Kämpfe geliehen. Am Ende des Krieges lässt der Sieger den Verlierer seine Rechnung begleichen. Den Rest regelt der Wiederaufbau.
Und da die Corona-Epidemie und die nötigen und vermeintlich nötigen Maßnahmen einem Kriegszustand ähneln, liegt der Gedanke recht nahe, am Ende der Epidemie würden die Schulden durch den Wiederaufbau getilgt. Denn das sollte klar sein: Die Schulden, die sich nach den drei Wellen Merkel-Lockdown aufgetürmt haben, sind astronomisch.
In Zahlen: Die Staatsschulden aller Industrienationen erreichen in diesen Tagen die 120 Prozent-Marke vom Bruttoinlandsprodukt.. Tendenz: Senkrecht steigend. Nur während des Zweiten Weltkriegs wurden ähnliche Werte erreicht. Einen vergleichbar rasanten Anstieg der Staatsquote hatte es später nach der Finanzkrise 2008/2009 gegeben. Damals stieg die Quote auf 100 Prozent. Heute hat Griechenland bereits die 200-Prozent-Marke überschritten. Zugleich sinken die Zinsen. Fast überall haben sich mittlerweile der 0-Prozent-Grenze genähert, da und dort ist sie erreicht und gelegentlich muss der Anleger für seine Anlage zahlen – dafür, dass er anlegen darf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Staatsschulden fast so schnell abgebaut, wie sie angehäuft wurden. Der Grund: Der Wiederaufbau. Böse Zungen sagen, die Zerstörungen hatten auch etwas gutes.
Doch der selbstgemachte wirtschaftliche Einbruch durch die Corona-Krise aus Epidemie und Maßnahmen gegen die Epidemie hat in den Industriestaaten nicht ein Haus zerstört. Niemand braucht die aus dem Home-Office zurückkehrenden Männer und Frauen für den Wiederaufbau.
Die NZZ hat also einerseits recht, wenn sie schreibt: »Finanzpolitisch leben wir wie Kriegsversehrte«, aber zugleich ist es, als hätte jemand einen Erstschlag mit Neutronenbomben geführt: Alles ist heil, nur die Menschen sind tot.
Was heute dem Tode geweiht ist, das ist die Wirtschaft. Denn das Fundament ist durch die enorme Schuldenquote unterspült. Und das geht fortwährend weiter. Ununterbrochen pumpt der Staat Geld Haushalte und Betriebe. Bei Zinsen von 0 Prozent oder drunter ist das machbar. Aber wehe, wenn der Preis wieder ansteigt.
In Nachkriegszeiten zahlte der Staat seine Schulden mit Inflation und Zwangsabgaben zurück. Bezahlt haben dafür die, die überhaupt noch etwas hatten. Was haben wir für die Nachkrisenzeit zu erwarten ?
Der Internationale Währungsfont, IWF, empfiehlt genau diese Strategie der Ausbeutung aller Besitzenden für die rigorosen Interessen des Staates. Natürlich sagt er das nicht in diesen Worten. Doch was er schreibt, läuft genau darauf hinaus:
Die Finanzpolitik solle »eine grüne, digitale, und integrative Transformation der Wirtschaft ermöglichen.« Und weiter als würde man im Regierungsprogramm von Annalena Baerbock lesen: »Politische Maßnahmen sollte Lücken im Zugang zu hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen verringern, wie Sozialschutz, mehr und bessere Gesundheitsversorgung und Bildung.«
Schließlich heißt es unmissverständlich: Die »Stärkung der Steuerkapazität, die schrittweise Verbreiterung der Basis für Unternehmens- und Einkommenssteuern und ein progressiveres Steuersystem« bilden die finanzielle Grundlage für all die Pläne. Kurz gesagt: Steuern steigen, es werden immer mehr Bürger geschröpft und vor allem werden die Bürger geschröpft, die mehr haben.
Diese Art Wirtschaften ist in ungefähr das, was die Neutronenbombe nach einer bösen Wendung im Krieg ist: Eine Perversion des Denkens, hier des ökonomischen Denkens.


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