Die Energiewende erreicht in diesem Jahr neue Höhen des ökonomisch Widersinnigen: Windanlagen liefern nichts, aber die Betreiber bekommen trotzdem Geld. So geschehen Anfang des Jahres: Wie die Welt berichtet, wurden von Januar bis März 3,23 Milliarden Kilowattstunden Windstrom zwangsweise "abgeregelt".
Der Hintergrund für diese Abregelung ist zunächst einmal technisch: Der von den Windmühlen produzierte Strom kann nicht zum Kunden transportiert werden, weil die Transportwege fehlen. Daher müssen die Rotoren aus dem Wind gedreht werden. Es ist, wie ein Vertreter des Energieverbands erklärte, "die letzte zu wählende Maßnahme, um das Netz zu stabilisieren". Andernfalls würde viel mehr Ökostrom produziert, als die Leitungen verkraften.
Zu sagen, die Politik übernähme die Verantwortung für diesen ökonomischen Unsinn, ist eine nette Umschreibung für das, was wirklich geschieht. Die Rechnung bezahlt nämlich der Kunde. 95 Prozent der entgangenen Einnahmen werden ersetzt. Erreichen die entgangenen Einnahmen ein Prozent aller Einnahmen eines Jahres, werden von da an 100 Prozent entschädigt. Im ersten Quartal zusammen 364 Millionen Euro.
Alle diese Probleme sind vom Sozialismus bekannt. Und das ist der ökonomische Teil. Weil der Preis nicht dazu diente, Angebot und Nachfrage zu regulieren, wurde zu wenig oder zu viel produziert, zu wenig geliefert oder zu viel. Auch dass die Produkte auf dem Acker verschimmeln, weil sie nicht abtransportiert werden können, gehört zum Sozialismus.
Mit der "Abregelung" erreicht die Energiewende - man muss sich gut überlegen, von Energiewirtschaft zu sprechen - völlig neue Höhen sozialistischer Planwirtschaft. Jetzt wird gar nicht geliefert und trotzdem bezahlt. Den Produzenten fliegt das Geld in den Mund. Und zwar mehr als je zuvor.


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