Folgen der Großen Schließung

Umsatz von Twitter bricht um 20 Prozent ein

Nach den konventionellen Wirtschaftszweigen bekommt nun die Digitalindustrie die Auswirkungen des sogenannten Lockdowns zu spüren.

Nach Fluggesellschaften, Touristikunternehmen und Kaufhäusern erreichen die Auswirkungen der Großen Schließung, des sogenannten Lockdown, nun auch die Digitalunternehmen. Das Social Media Großunternehmen Twitter meldet trotz steigender Nutzerzahlen eine Umsatzeinbruch von 20 Prozent. Hintergrund sind wegbrechende Werbeeinnahmen.

Da Twitter nicht mit den Nutzern, sondern ganz zuerst mit der Werbung verdient, ist das Unternehmen abhängig vom wirtschaftlichen Wohlergehen seiner Werbekunden. Denen aber geht es schlecht.  Laut Twitter führt das im Vergleich zum Vorjahr zu einem Rückgang der Werbeeinnahmen um 23 Prozent auf 683 Millionen US-Dollar.

Werbeerlöse - Twitters mit Abstand wichtigste Geldquelle - brachen um 23 Prozent auf 562 Millionen Dollar ein. Summa sumarum ergaben sich Mindereinnahmen von 1,2 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis schlidderte mit 124 Millionen Dollar in die roten Zahlen. Im vergangenen Jahr hatte Twitter noch einen Gewinn von 76 Millionen Dollar abgeworfen.

Wenn nun Vorstandschef Jack Dorsey betont, Twitter erfreue sich weiterhin großer Beliebtheit und abgesehen von der Finanzlage sei eigentlich alles in Ordnung, schließlich wachse das Unternehmen, dann mag er die Anleger anlocken - der Wert der Aktie stieg - indes verkennt der Zwitscher-Chef den Grund allen Wirtschaftens: Den Gewinn. Eines ist jedenfalls sicher: Von denen, die twittern, wird Twitter auch weiterhin kein Geld verlangen können. Die wechseln sonst zur Konkurrenz. 

Sven von Storch

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