Kurz bevor ein Öl-Future abläuft, schwanken die Preise üblicherweise; allerdings nicht so weit nach unten wie in den vergangenen Wochen. Da fiel der Preis für Öl-Future zum erstenmal, seit Western Texas Intermediate Öl (WTI Öl) gehandelt wird, in den negativen Bereich. Wer Ende April einen Future auf WTI kaufte, bekam zum Liefertermin das Öl und 37,63 Dollar pro Barrel noch dazu.
Der Hintergrund sind die überquellenden Lager im amerikanischen Cushing, dem Handesplatz für WTI Öl. Dort laufen mehrere Pipelines zusammen, nur findet das Öl momentan deutlich weniger Käufer. Die Tanks vor Ort waren schon Anfang April zu mehr als 70 Prozent gefüllt. Die restlichen Kapazitäten sind scheinbar restlos ausgebucht. Wer Öl gekauft hat, muss also für die Lagerkosten bezahlen.
Kauforder gibt es am Future-Markt für WTI Öl praktisch nicht mehr. Da ist Panik angesagt – nicht nur in Cushing. Anders als Brent Öl, das auf dem Seeweg unterwegs ist und damit automatisch wenigstens zeitweise einen Lagerplatz hat, wird WTI Öl direkt geliefert.
Auch die Preise für im Juni fällige Future sinken im weiter. Eine Trendwende ist nicht abzusehen. Allerdings locken die Preise Spekulanten an, die auf ein schnelles Ende des Lockdowns hoffen und dann bei schnell steigenden Preisen mit ihren fälligen Future Gewinn machen würden.
Lachender Dritter sind die Betreiber der Lager. Ihre Aktien ziehen zur Zeit kräftig an.


Add new comment