Nach der Häufung von Corona-Infektionen in mehreren Schlachthöfen fordert der Grünen-Chef Robert Habeck eine Reform der Fleischwirtschaft. Als Teil dieser Reform soll ein Mindestpreis für Tierprodukte verordnet werden. Als weitere staatliche Eingriffe schlägt die Öko-Partei ein Verbot von Werkverträgen und eine verstärkte generelle Kontrolle Betrieben der Fleischindustrie vor.
»Der Ausbruch von Corona in mehreren Schlachthöfen in Deutschland«, heißt es in einem Papier der Grünen, »wirft ein Schlaglicht auf die dramatischen Probleme der Agrarindustrie«. Erläuternd fügte der immer wieder als Kanzler ins Gespräch gebrachte, gelernte Schriftsteller und Philosoph hinzu: »Sie funktioniert nach dem Prinzip: Massenproduktion von Fleisch zu Dumpingpreisen dank Dumpingbedingungen.«
Um die Kontrollen zu verschärfen, will Habeck eine Generalunternehmerhaftung einführen. Damit würden Generalunternehmer ähnlich wie in der Bauwirtschaft für Subunternehmen haften. Was diese Vorschläge mit der Corona-Epidemie zu tun haben, verriet der Grünen-Chef nicht.
Weiter setzen sich die Grünen für einen verbesserten Tierschutz ein. Dafür will Habeck einen »Tierschutzcent auf tierische Produkte« einführen. Ob es sich wirklich um einen Cent handelt, darf man bezweifeln. Mindestpreise und Tierschutzcent dürften die Fleischpreise nachhaltig erhöhen. Wie die Verbraucher darauf reagieren, wird sich zeigen.
Der Chef der Linken reagierte jedenfalls umgehend und sagte: »Ich will keine soziale Spaltung über das Schnitzel.« Auch die Linke hat in den letzten Wochen bei Umfragen Prozente verloren.
Deutlich ist zu erkennen, dass die Grünen nach den Einbrüchen in den Wahlumfragen nun bestrebt sind, ihre Leib- und Magenthemen wieder auf die Agenda zu bringen - zur Not, in dem sie sie mit dem Corona-Virus in Verbindung bringen.


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