Vom Luxusgut zur Mangelware

Französisches Luxus-Unternehmen stellt auf Desinfektionsmittel um

In der momentanen Krise ist Flexibilität gefragt. Ein französisches Unternehmen zeigt, wie es geht.

In jedem Land produziert das Corona-Virus eine hohe Nachfrage nach Gütern, die es zuvor im Überfluss oder zumindest ausreichend gab. Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte, Desinfektionsmittel und Klopapier. Um das Angebot zu erhöhen, sind einfallsreiche Wege gefragt. Wege, nach denen staatliche Stellen gewöhnlich nicht suchen.

Ein französischer Luxuskonzern, die börsennotierte »Moët Hennessy – Louis Vuitton«, kurz LVMH, hat jetzt auf Desinfektionsmittel umgestellt. Eigentlich bietet der Konzern Wein und Spirituosen, Uhren und Schmuck, Mode, Parfume und Kosmetika an und das immer vom feinsten. Doch in den Fabriken der Sparte Parfume und Kosmetika lassen sich auch Desinfektionsmittel produzieren. Schon ab heute.

Zu sagen, LVMH würde nun keinen Luxus mehr bieten, geht an der momentanen Lage vorbei. Denn auch das ist eine Folge der Corona-Epidemie: Dinge des Alltags werden urplötzlich Luxus.

Verdienen will LVMH aber mit den neuen Produkten offenbar unmittelbar erst einmal nicht. Die Handdesinfektionsmittel werden, berichten die Finanznachrichten, kostenlos an die Gesundheitseinrichtungen in Frankreich geliefert. Und so bewährt sich die Marktwirtschaft wegen ihrer hohen Flexibilität gerade in der Krise.

 

Sven von Storch

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