Seit Beginn der Corona-Epidemie ist Deutschland in einer Art Putzfimmel verfallen. Mit den verschiedensten Reinigungsmittels rückt man dem Corona-Virus zu Leibe. Doch was sinnvoll aussieht, muss nicht sinnvoll sein.
Vertraut man dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dann ist dieses ständige Putzen von Oberflächen im Kampf gegen die Corona-Pandemie völlg überflüssig. Es sei überholt, also eine der vielen falschen Erkenntnisse aus den ersten Tagen mit dem Virus.
Die aktuellen Erkenntnisse über die Übertragung von Corona belegten eindeutig, sagte Reinhardt den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft: »Sie findet ausschließlich über den Luftweg statt und nicht über Schmierinfektionen, also über die Verunreinigung von Flächen.«
Daraus folgt, dass auch die »Desinfektion von Oberflächen, die wir derzeit noch sehr intensiv betreiben, unsinnig und obsolet«, erklärte Reinhardt.
Indirekt kritisierte er damit das Robert-Koch-Institut, das von dieser Erkenntnis entweder noch nichts weiß oder verschweigt. Reinhardt forderte das RKI auf, die neuen Erkenntnisse an die Gesundheitsämter weiterzugeben. Wenn das bald geschähe, hätten viele Menschen mehr Zeit, sich mit sinnvollen Maßnahmen zu beschäftigen.
Zugleich warnte der Ärztekammerchef davor, sich allein auf Corona zu konzentrieren. Es müsse darauf geachtet werden, »dass Menschen mit anderen Erkrankungen als Covid-19 ebenfalls gut und vernünftig behandelt werden können« Insbesondere dürfe die Wirtschaft nicht »an die Wand gefahren werden«, sagte Reinhardt.


Add new comment