Eigentlich ist die Überlegung recht einfach: Um zu erfahren, welche Auswirkungen der Lockdown auf die Ausbreitung von Covid-19 hat, vergleicht man Gebiete, in denen ein Lockdown verhängt wurde mit Gebieten, die alles so laufen ließen wie gewohnt. Ein solcher Vergleich ist mittlerweile in den USA über verschiedene Bundestaaten möglich.
Dabei sollte sich folgendes nachweisen lassen: Wenn der Lockdown Wirkung auf die Ausbreitung von Covid-19 hat, dann sollte es einen Zeitpunkt geben, ab dem die Zahl der Infektionen in Gebieten ohne Lockdown deutlich steigt.
In den USA bieten sich für einen Vergleich verschiedene Bundesstaaten an: Kalifornien mit einem umfassenden Lockdown, Florida mit einem zielgerichteten Lockdown und South Dakota ohne Beschränkungen des öffentlichen Lebens.
Wie National Review berichtet, ist das Ergebnis des Vergleichs eindeutig: Die vorgeschriebenen Maßnahmen hatten kaum Auswirkungen auf die Verbreitung des Coronavirus. Die täglichen Fallzahlen weisen für 13 Staaten mit den verschiedensten Reaktionen überall praktisch gleiche Verläufe aus. Zunächst einen steilen Anstieg, gefolgt von einem Übergang zu einer flachen Kurve, die imnmer weiter nach unten abfällt.
In keinem Fall besteht ein zeitlicher Zusammenhang zur Ausrufung des Lockdowns. Selbst in Kalifornien begann die Fallzahl zu sinken, bevor der Lockdown verhängt worden war. Ebenso in New York, das am 23.Mai den Lockdown verhängte, während die Fallzahlen bereits fünd Tage zuvor, am 18. Mai, zu fallen begannen.
Zusammengefasst und von National Review pointiert formuliert kann man sagen: Würden die Kurven jemandem gezeigt, könnte er an einer Kurven nicht erkennen, ob sie zu einem Staat mit oder ohne Lockdown gehört und wann der Lockdown in Kraft trat.
Wenn es aber nicht der Lockdown war, der zu einem Abflachen der Fallzahlkurven führt - was dann? Auch hier ist National Review eindeutig: Es zeigt sich ein sehr frühes Stadium der Herdenimmunität.
Insgesamt nennt National Review drei Gründe für den Rückgang: Frühe Herdenimmunität, das veränderte Wetter und die Verbreitung von Masken. Der Lockdown selber spielte, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Eindringlich warnt das Blatt davor, den Fehler aus dem Frühling in diesem Herbst zu wiederholen.
Deutschland könnte aus diesen Daten und dem Vorgehen lernen: Statt auf HotSpots panisch zu reagieren, müssten die Behörden die verschiedenen Bundesländer vergleichen. Aber Analysen sind nicht die Stärke der Bundesregierung. Sie reagiert nur: Meistens zu spät und überwiegend unüberlegt.


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