In einem Punkt hat Frau Schlesinger, Ex-Intendantin des Rundfunk-Berlin-Brandenburg, erreicht, was sie wollte: Sie hat dem RBB ein Gesicht gegeben. Und nun sehen sehr viel mehr Bürger in Deutschland, was im mit Zwangsgeldern finanzierten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk los ist. Danke!
Um den Sau-Stall – das klassische Augiasstall hat der Laden nicht verdient – auszumisten schicken die ARD-Mächtigen nun eine Managerin an Spree und Havel, die dem alten Wort: Den Bock zum Gärtner machen, in gegendertem Gewand, zu neuen Ehren verhilft. Kommen soll Katrin Vernau vom Westdeutschen Rundfunk; ein Sender, der wegen Antisemitismus und Altendiskriminierung wiederholt in den Schlagzeilen war. Das RBB-Rundfunkrat wählte die Verwaltungsdirektorin des WDR im zweiten Wahlgang zur Interims-Intendantin.
Jemanden aus einem anderen Sender des Sender-Systems ÖRR zur Kontrolle eines anderen Senders zu schicken, hört sich an wie ein schlechter Witz. Die Frau mag den verwinkelten und verzweigten Sender ja gut kennen – aber dass die Verwandtschaft der Beklagten über die Beklagten wacht, setzt nur fort, was zuvor schon herrschte: Vetternwirtschaft. Dass die beim WDR, wie berichtet wird, mit großer Mehrheit zur Verwaltungsdirektorin gewählt wurde, muss nichts heißen – Schlesinger wurde bekanntlich auch zu allem möglichen gewählt, unter anderem zur ARD-Chefin.
Mittlerweile sitzen damit zwei WDR-Vertreter an entscheidenden Stellen des ÖRR-Systems. Der umstrittene WDR-Chef Thomas Buhrow leitet die ARD bis Ende des Jahres. Hier festigt einer seine Stellung.
Dass es beim RBB damit nicht besser wird, zeigte bereits die Wahl der Interims-Intendantin: Gegenkandidaten gab es keine. Böse Zungen sprechen auch schon von einer »Statthalterin des WDR« beim RBB. Einen Gegenkandidaten von außerhalb des ÖRR-Systems hatte es nach Aussage des Berliner Senats gegeben. Der passte den Vettern und Paten wohl nicht.


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