Nichts Neues vom Flughafen Berlin Brandenburg:

Mitarbeiter am BER leiden unter Stromschlägen

Nachdem die mit viel Spannung erwartete Eröffnung des Berliner BER im Merkel-Lockdown versank, steigt nun wieder die Spannung.

Der praktisch mit dem beginnenden Merkel-Lockdown eröffnete Flughafen Berlin Brandenburg kommt aus den Pannen nicht heraus. Erst war es der Bau, der sich immer wieder verzögerte; jetzt ist es der Betrieb.

An der Handgepäckkontrolle bilden sich immer wieder elektrostatische Aufladungen – die sich am Personal entlädt. Alleine am 6. Januar wurden elf Fälle dokumentiert. Viermal davon waren Rettungseinsätze erforderlich. Die behandelnden Ärzte attestierten bei einigen Betroffenen Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Stromschläge und schrieben die Mitarbeiter krank. Insgesamt soll es seit der Eröffnung mehr als 60 Unfälle gegeben haben. Die Bundespolizei bestätigte die Angaben.

Ein Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erklärte, die Dunkelziffer sei hoch. »Manche Mitarbeiter werden mehrmals während einer Schicht von Stromschlägen betroffen«, sagte er und ergänzte, eine Kollegin habe es viermal an einem Tag getroffen. Sie »quittierte für den Tag ihren Dienst«.

Die Entladungen entstehen an Röntgengeräten, durch die Handgepäck auf einem Fließband transportiert wird. Nicht alle Anlagen teilten Stromschläge aus, einige sind dagegen berüchtigt. Die eingeschaltete Bundespolizeidirektion Berlin erklärte: »Im Ergebnis eines mittlerweile ebenfalls vorliegenden Sachverständigen-Gutachtens entsprechen alle Anlagen den gültigen Normen und anerkannten Regeln der Technik.«

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert nun die vorübergehende Schließung des Terminals. Das aber lehnt der Betreiber ab. Ein Sprecher der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH sagte: »Die FBB steht mit der Bundespolizei seit dem vermehrten Auftreten der elektrostatischen Entladungen im engen Kontakt. Daher wissen wir, dass die zuständigen Stellen der Bundespolizei verschiedene Maßnahmen ergriffen haben, die bereits zu einer deutlichen Reduzierung der elektrostatischen Entladungen geführt haben«. Die Gesellschaft geht davon aus, »dass sich solche Vorfälle durch die Einhaltung entsprechender Verfahren und Vorkehrung bei Durchführung der Sicherheitskontrollen in Zukunft vermeiden lassen.« Sie sehe »keinerlei Notwendigkeit, die Sicherheitskontrollen am BER Terminal 1 auszusetzen.«

Wie man sieht: Nicht nur die Eröffnung des BER ist schwierig. Auch die Stilllegung defekter Abschnitte ist nicht so einfach. So oder so: Es bleibt spannend am BER.

Sven von Storch

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