Kanzlerin Angela Merkel achtet nicht nur darauf, dass alle Erwachsenen in Deutschland sich regelmäßig die Hände waschen. Sie teilt auch Empfehlungen aus. Eine davon riet den Bürgern, im Fall von Schnupfen, Halsweh oder Husten, zu Hause zu bleiben. Von einer freiwilligen Quarantäne wurde von den Behörden gesprochen.
Schon gleich zu Anfang hatten Fachleute vor den Risiken und Nebenwirkungen der sogenannten ›Schnupfenquarantäne‹ gewarnt. Nun zeigen sich die Folgen tatsächlich.
Die sind zuerst ökonomisch. Schon jetzt sind etwa 776,000 Menschen laut Welt in Deutschland offiziell in Quarantäne. Begibt sich jetzt zusätzlich jeder in die ›Schnupfenquarantäne‹ von Angela Merkel, dann schießt diese Zahl deutlich nach oben. Für die 43. Kalenderwoche schätzt das RKI auf die Zahl der Bürger mit Erkältungssymptome auf 3,1 Prozent der Gesamtbevölkerung – das sind 2,5 Millionen Personen in Deutschland. Eine Woche zuvor lag der Wert sogar bei 3,5 Prozent bzw. 2,9 Millionen Personen.
Bleiben sie alle zu Hause, dann ist der ökonomische Schaden gewaltig. Insbesondere, wenn die Schnupfenquarantäne zur Pflicht wird. Denn dann zahlen Bund und Länder ersatzweise Lohn. Und da das Krankengeld nicht den gesamten Verdienstausfall abdeckt, haben Staat und Bürger den Schaden.
Doch die Risiken und Nebenwirkungen der Schnupfenquarantäne reichen noch weiter: Die Quarantäne wird vor allem für labile Personen schnell zur Belastung. Soziale Ungleichheiten entstehen und werden weiter verstärkt. »Sollte die Schnupfen-Quarantäne zur Pflicht werden«, sagt eine Medizinethikerin, »muss sich die Sozialarbeit dringend auf die besonders belasteten Fälle konzentrieren.« Zumindest die Hilfsindustrie wird also weiter versorgt.
Die anderen könnten daher versucht sein, sich mit einer freiwilligen Schnupfenquarantäne ein paar freie Tage zu gönnen. Wer will das kontrollieren.


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