Hannovers Flughafenchef redet Klartext mit Klimarettern

Klimarettung_ _Verzichtet mal auf Netflix_

"Verzichtet mal auf Netflix", empfiehlt der Chef des Flughafens Hannover, Raoul Hille den selbsternannten Klimarettern. Damit wendet er sich gegen Forderungen nach einem Verbot innerdeutscher Flüge.

Hannovers Flughafenchef Raoul Hille kritisiert die populistischen Forderungen nach einem Flugverbot innerhalb Deutschlands. Speziell an die Klimajugend gerichtet sagte er gegenüber dpa, der C02-Abdruck des Internets sei erheblich größer als der des gesamten innerdeutschen Flugbetriebs. Die Jugendlichen sollten lieber auf Netflix verzichten. Damit wäre dem Klima geholfen.

Unwirsch reagierte Hille auf das neue Wording der Klimaretter. Sie sprechen von einer Flugscham, die jeden ergreifen müsse, der im Inland nicht auf die Bahn umsteigt. Bei solchen Begriffen, so Hille, "kriege ich Blutdruck". Und er ergänzt: "Keiner muss das Fliegen mögen und man kann alles diskutieren, aber bitte im Lichte objektiver Fakten."

Mit den Fakten haben die Klimaretter so ihre Schwierigkeiten. Zwar gehen in Deutschland lediglich 0,3 Prozent des CO2-Ausstoßes auf Inlandsflüge zurück und insgesamt macht der Luftverkehr gerade einmal 2 bis 3 Prozent der Emissionen aus. Aber trotzdem werden hier laut Beschränkungen und Verbote gefordert.

Das Flugzeug ist mittlerweile für viele ideologisch Indoktrinierte zum Symbol für die Zerstörung des Klimas geworden. So verzichtet die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf den Überflug nach Amerika und tritt statt dessen medienwirksam eine Segeltour an. Unterwegs misst sie sogar die CO2-Werte des Atlantiks. Zum CO2-Verbrauch der medialen Show ist bisher nichts bekannt.

Der Flughafenchef fordert statt medienwirksamer Aktionen eine sinnvolle Forschung. "Aus CO2 und Wasser kann mit regenerativer Energie synthetisches Kerosin hergestellt werden. Das ermöglicht CO2-freies Fliegen. Im Labormaßstab funktioniert das schon." Die Luftverkehrsabgabe sollte zur Weiterentwicklung industriellen Maßstab verwendet werden.

Ganz offenbar hat der Flughafenchef noch nicht verstanden, wie Klimapolitik in Deutschland funktioniert. Sie ist nicht sachbezogen, sondern wird beherrscht von Symboldebatten. Atomkraftwerke sind nicht gefährlich - sie sind böse. Flugzeuge produzieren kein CO2 - sie sind böse.

Nur so ist ein Begriff wie "Flugscham" erklärbar. Und nur so erklärt sich, dass Greta Thunberg keine Skrupel hat, medienwirksam und dadurch C02-produzierend mit einem Segelschiff nach Amerika überzusetzen. Und natürlich laden die Klimaretter ihre Handys mit Strom und benutzen sie rund um die Uhr.

Mit Moral hat das wenig zu tun, aber viel mit Doppelmoral.

Sven von Storch

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