Letzte Umfragen vor der Wahl am Sonntag

Wahlumfragen_ Grüne sacken auf 14 Prozent ab

In den letzten Umfragen vor der Wahl am Sonntag stabilisieren sich die Werte und deuten auf eine Koalition von SPD und Union hin.

Kurz vor der Wahl sacken die Grünen in den Umfragen ein weiteres Mal ab. Aus den fast 30 Prozent Ende April sind jetzt 14 geworden – weniger als die Hälfte; allerdings immer noch 5 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2017. Das geht aus einer Umfrage von YouGov hervor.

Baerbock und Habeck würden bei diesem Ergebnis am Sonntag immer noch feiern. Wenig zu feiern hätte die CDU. Nach 16 Jahren unter Angela Merkel würde die Partei dezimiert und bei 20 Prozent landen. Etwa ein Drittel ihrer Abgeordneten würde demnächst einer ehrlichen Arbeit nachgehen müssen.

Dagegen zöge die SPD nach über 20 Jahren erstmals wieder als stärkste Partei in den Bundestag ein. Nicht mit den 1998 40 Prozent; aber mit 25 Prozent. Das sind immerhin mehr als die 12 bis 13 Prozent aus dem letzten Frühjahr.

Die AfD bliebe mit 12 Prozent bei ihrem Ergebnis von 2017. Ein angesichts der massiven Hetzkampagnen gegen die Rechts-Konservativen beachtliches Ergebnis. Enttäuscht sein dürfte die FDP, denn sie stünde mit 11 Prozent kaum besser da als vor vier Jahren.

Wenn es so kommt!

Tatsächlich deutet der hohe Wert von 7 Prozent für Sonstige, eine ganz erhebliche Unsicherheit an. Wenn es also jetzt heißt, nur eine Koalition unter Führung der SPD wäre möglich, dann sollten sich Scholz und Laschet nicht zu früh freuen. Nicht nur, weil die Mehrheit hauchdünn ist. Schon wenn die Freien Wähler ins Parlament einziehen sollten, reicht es womöglich nicht mehr. Allerdings reicht es auch für die im Frühjahr von den Staatsmedien herbeigeschriebene Koalition aus Union und Grünen nicht mehr: 20 plus 14 sind nun einmal nicht größer als 50.

Und auch für Rot-Rot-Grün reicht es kaum. Dafür muss die Linke überhaupt in den Bundestag einziehn, was mit 7 Prozent zwar recht wahrscheinlich ist; nur ergeben sich in der Summe nur 46 Prozent.

Am Ende einer monatelangen Achterbahnfahrt durch die von mehr oder weniger dubiosen Umfragewerte wird das Ergebnis auch von diesen Umfragewerten bestimmt. Etwas, was die Väter des Grundgesetzes sicher nicht wollten. Zeitweise sah es so aus, als wollten die Medien zeigen, wie sie die Entscheidung der Bürger immer von neuem in ihre Richtung bringen können. Und so wäre am Sonntag vor allem ein Ergebnis für die Demokratie in Deutschland wichtig: Eines, bei dem die Institute, wie schon bei vorherigen Wahlen, als die Dummen dastehen.

Sven von Storch

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