Vielleicht sollten Sahra Wagenknecht, Thilo Sarrazin, Hans-Georg Maaßen und Boris Palmer eine eigene Partei gründen oder sich »Die Partei« anschließen. Sie alle vertreten Positionen, die in ihren eigenen Parteien nicht mehr »in« sind und weshalb man sie dort »raus« haben möchte. Und das lieber heute als morgen.
Diesmal ist es Sahra Wagenknecht, die bei ihrer Linken aneckt. Im Gespräch mit web.de antwortet sie auf die Frage: »Finden Sie, dass zuletzt zu viele Menschen nach Deutschland gekommen sind?« – »Ich finde, es sollte keine Stadtviertel geben, wo die Einheimischen in der Minderheit sind«. Deutlicher kann es wohl kaum sagen. Insbesondere weil Wagenknecht noch ergänzt: »und es sollte keine Schulklassen geben, in denen mehr als die Hälfte der Kinder kaum Deutsch spricht.«
Es dürfte sich schwer ein Mitglied der AfD finden lassen, das Wagenknecht nicht zustimmen würde. Zumal Wagenknecht indirekt zugesteht, dass die aktuelle Flüchtlings- und Migrationspolitik in den Städten für die Krise am Wohungsmarkt verantwortlich ist: »Bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum gibt es in den Ballungsräumen ja jetzt schon riesige Konkurrenz.« »Irgendwann wird man sich fragen müssen: Wie viel Geld sind wir bereit, zu investieren, um die Effekte von Zuwanderung in einer bestimmten Größenordnung ausgleichen zu können?«
Und an noch einem Punkt trifft sie ins Ziel: Wenn sie den Effekt auf die Länder beschreibt, die die Migranten verlassen. Denn entgegen der Parolen der Hilfsindustrie führt Migration zu massiven Schäden in den Ländern, die die Migranten verlassen. »International betrachtet schadet die Förderung von Migration den Herkunftsländern, weil sie tendenziell ihre besser gebildeten Arbeitskräfte verlieren«, erläutert Wagenknecht. »Es kommen ja nicht die Ärmsten zu uns, sondern Menschen aus der Mittelschicht. Gerade aus Afrika gibt es da immer wieder die Ansage an die Industrienationen: Ihr schadet uns!«
Richtig: Und die Migranten schaden Deutschland. Das sagt Frau Wagenknecht natürlich nicht. Aber sie deutet es an. Und was sie gleichfalls nicht sagt: Die Gewinner sitzen nicht nur in den Unternehmen, die von den billigen Arbeitskräften profitieren, indem sie sie für sich arbeiten lassen, sondern ganz zuerst in der Hilfsindustrie.
Würde die Linke plakatieren: »Migration, wie wir sie in den letzten Jahrzehnten hatten, vergrößert die Ungleichheit auf allen Seiten. Sie benachteiligt die armen Länder und sie benachteiligt ärmere Menschen hier in Deutschland.« – Würde die Linke das plakatieren. Sie würde Stimmen gewinnen. Aber sie wäre auch nicht mehr die Linke.
So bleibt alles beim Alten, die Linke weiter im Minus und Frau Wagenknecht bei einer alten Partei. Kaum auszudenken auf welche Umfragewerte eine Partei kommen würde, in der sich diese Querköpfe vereinten. Zumal es die Partei ja schon gibt.


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