Trumps Drohungen wirken

Waffenruhe_ Erdogan knickt vor Trump ein

Die USA und die Türkei haben sich auf eine Waffenruhe in Nordsyrien geeinigt. Die Türkei will ihre Militäraktionen für 5 Tage einstellen. Präsident Erdogan reagiert damit auf die Drohungen von US-Präsident Trump.

Die USA und die Türkei haben sich gestern auf eine Waffenruhe in Nordsyrien geeinigt. Die Türkei will, erklärte ein amerikanischer Sprecher, ihre Militäraktionen für 5 Tage einstellen. Präsident Erdogan reagiert damit auf die massive Drohungen von US-Präsident Trump.

Die Waffenruhe tritt umgehend in Kraft. Die kurdischen Kämpfer der YPG haben ihre Bereitschaft erklärt, sich ebenfalls an die Vereinbarung zu halten. Sie ziehen sich in den nächsten Tagen aus der syrisch-türkischen Grenzregion zurück. Wenn der Abzug abgeschlossen ist, beendet die türkische Armee ihre Operation.

Damit zeigte der Druck der USA sehr viel schneller Wirkung, als die meisten Beobachter erwartet haben. Erdogan hatte erst vorgestern verkündet, niemals die Waffen schweigen zu lassen. Keine 24 Stunden später hat er seine Meinung geändert. Donald Trump fand in einem Tweet dafür die passenden Worte: »There needed to be some ‘tough’ love in order to get it done.« – Ein wenig »Grobe Liebe« war nötig, um das zu erreichen.

Die deutsche Mainstreammedien können mit diesem großen Erfolg des von ihnen gehassten Präsidenten schlecht leben. Also reden sie sich den Sieg Trumps als Resultat seiner Berater klein. Ja, auch vor der Verdrehung der Wahrheit schrecken sie nicht zurück, wenn die Welt schreibt: »Trump versuchte viel, um den Schaden, den er angerichtet hatte, zu begrenzen. Zunächst schrieb er Erdogan einen überraschend undiplomatischen Brief.« Zur Erinnerung: Der Brief von Trump ist auf den 9.Oktober datiert, wurde also nach Erdogans Ankündigung einzumarschieren und vor dem türkischen Einmarsch geschrieben und abgeschickt. In dem Brief sprach er davon, die türkische Wirtschaft vernichten zu wollen. Nach dem Einmarsch wurden Sanktionen gegen türkische Politiker verhängt.

Trump hat Europa und der Welt die Bedeutung und die Wirkungen von Realpolitik bewiesen. Während in Paris und Berlin aufgeregt und hochmoralisch über die militärischen Grüße türkischer Fußballer diskutiert, bestimmen die USA das Schlachtfeld. Denn auch das muss man zweimal lesen: »Die USA und die Türkei« handeln eine Waffenruhe »in Syrien aus«.

Was könnte Europa daraus lernen ? – Wie es mit dem türkischen-moslemischen Despoten umgehen muss. Eine Drohung gegen die türkische Wirtschaft oder die Reichtümer des türkischen Herrschers und dessen Entourage und sie senken die Waffen. Denn auch Erdogan weiß: Seine türkischen Jungs mögen zu Beginn eines Fußballspiels salutieren – in Nordsyrien will keiner von ihnen kämpfen und sein Leben riskieren. Ja, sie wollen nicht einmal in Anatolien leben, wenn die Alternative ein Land der EU ist.

Die US-Delegation flog aus der Türkei nach Israel. Zuvor hatte sie, schreibt die Jerusalem Post, in Ankara erklären lassen, dass die Sanktionen gegen die Türkei ausgesetzt werden, sobald die Vereinbarungen von der Türkei umgesetzt worden sind.

 

 

Sven von Storch

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