Dass die Kanzlerkandidatin der Grünen die unterqualifizierteste Kandidatin für das Amt der Kanzlers ist, wissen wir schon. Was wir aber auch wissen sollten: Der potentielle Gesundheitsminister, Karl Lauterbach von der SPD, ist keinen Deut besser.
Zu Gast bei Maischberger versuchte sich der Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten mal wieder als Epidemiologe. Und in dieser Rolle verteidigte er einmal mehr die Inzidenz als Richtwert für die politischen Entscheidung, also zum Beispiel Beschränkungen der vom Grundgesetz garantierten Grundrechte. "Weil", so Lauterbach, "weil man an ihr ablesen kann, wie viele Menschen in Kürze krank sein werden."
Gerade darüber sagt die Inzidenz eben nichts. Das einzige, worüber die Inzidenz etwas sagt, ist das Geschehen in den vergangen Tagen und Wochen. Das lässt sich leicht zeigen. Wären von einem zum anderen Tag alle Bürger infiziert, läge die Zahl der Neuinfektionen extrem hoch. Allerdings wäre es ebenfalls sicher, dass es zum nächsten Tag nicht einen Neuinfizierten mehr gäbe.
Lauterbach verwechselt zwei Werte: Den R-Wert und die Inzidenz. Der R-Wert misst das Infektionspotential einer Person, also wie viele Personen von einem Infizierten angesteckt werden können. Daher taugt der R-Wert, vernünftig bestimmt, als Maß für die Entwicklung der Epidemie.
Vielleicht kann man von einer Talk-Masterin, zu deutsch einer Schwatz-Meisterin, nicht erwarten, dass sie erkennt, welchen Unsinn Lauterbach in diesem Fall redet. Aber sie könnte durchaus erkenne, dass die Behauptung, es würden sich in den kommenden eineinhalb Jahren die Ungeimpften samt ihrer Kinder angesteckt, ebenfalls unsinnig ist. Denn auch in den vergangenen eineinhalb Jahren haben sich durchaus nicht alle angesteckt, wie jeder weiß.
Aber Karl Lauterbach genießt in den Medien eine Art Narrenfreiheit, wie sie nur wenigen Politikern jemals gegönnt worden ist. Weder kennt er das Präventions-Paradox noch weiß er den Unterschied zwischen falsch negativ Getesteten und falsch-negativen. Er ist und bleibt die alltägliche Wiederholung ähnlichen Unsinns. Und so gesehen passt er zu den Sendern, in denen er zu Wort kommen darf.


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