Helge Braun, CDU, ist geschäftsführender Chef des Kanzleramts der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel. Und wie immer in solchen Fällen, fällt es auch ihm schwer, sich von der Macht zu verabschieden. Also fordert er kurz vor der »Bund-Länder-Schalte« zur Corona-Krise ganz im Stil seiner Chefin neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.
»Wir brauchen jetzt eine Notbremse«, lässt er über die Medien verbreiten, »dabei zählt nun jeder Tag.« Nur so ließen sich die Infektionszahlen bis Weihnachten senken. Weiter klagt der CDU-Politiker mit Ambitionen auf den Vorsitz seiner Partei: »Wir sind in Deutschland in die Lage gekommen, die wir immer vermeiden wollten: Unser Gesundheitssystem ist regional überlastet«. Weiß der Mann nicht, wer in den vergangenen Jahren das Gesundheitsressort besetzt hat und es momentan noch geschäftsführend leitet ?
Um das Infektionsgeschehen um 60 bis 70 Prozent zu dämpfen, will er »jetzt sämtliche Großveranstaltungen mit Tausenden Teilnehmern, zum Beispiel Bundesligaspiele, wieder ohne Besucher durchführen« lassen. Auch in den Schulen – Studien hin, Studien her – müsse es wieder eine Maskenpflicht geben. Und natürlich müsse dort, »wo das Infektionsgeschehen besonders kritisch ist« »über Schließungen von Einrichtungen nachgedacht werden, die dem Freizeitbereich zuzuordnen sind«.
Und wenn er schon dabei ist, noch ein bisschen zu regieren, fordert Helge Braun auch gleich die Rückkehr zur epidemischen Lage von nationaler Tragweite, die von der noch nicht amtierenden Regierung eben erst beendet worden war.
Beim geschäftsführenden Kanzleramtschef Helge Braun passt eben alles zusammen. Denn gerade sind die Infektionszahlen zum ersten mal seit langem gesunken. Das waren bekanntlich auch die Zeitpunkte, an denen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel im Dezember 2020 den Lockdown verhängte und im Frühjahr 2021 die »Bundesnotbremse« zog.


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