Spitzenkandidat der CDU düpiert

Thüringens CDU_ Jetzt doch keine Zusammenarbeit mit der Linken _

Der thüringische CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hatte gestern Gespräche mit der Linken nicht mehr ausgeschlossen. Jetzt kommt die Klarstellung durch die Partei. Oder doch nicht ?

Der thüringische CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hatte gestern zur Überraschung vieler Beobachter Gespräche mit der Linken nicht mehr ausgeschlossen. Jetzt kommt die Klarstellung durch die Partei.Sie schließt Gespräche mit den Kommunisten aus.

Unter Mike Mohring hatte die CDU in Thüringen bei der Wahl am Sonntag fast ein Drittel ihrer Wähleranteile verloren. Der Spitzenkandidat beeilte sich, diese Klarstellung zu betonen und erklärte: "Ich kann mir keine Situation vorstellen, dass die abgewählte rot-rot-grüne Landesregierung durch die Unterstützung der CDU in eine neue Regierungsverantwortung gehoben wird. Das schließt sich aus." Seine Meinungsänderung konnte oder wollte er nicht weiter erklären.

Das Thema scheint andererseits nicht ganz vom Tisch. Denn auf der anderen Seite will Mohring der Einladung von Ministerpräsident Bodo Ramelow annehmen. "Wir wollen der Einladung des Ministerpräsidenten aus staatspolitischer Verantwortung nachkommen – nicht mehr und nicht weniger." Was genau besprochen werden soll, wenn keine Art von Regierungsbeteiligung angedacht werden soll, verriet Mohring nicht.

Wahrscheinlich ist, dass Mohring damit auf Stimmen aus seiner Partei reagiert, in der sein Vorschlag, Gespräche mit der Linken zu führen, schnell für Unruhe sorgte. Der stellvertretende Landessprecher Mario Voigt hatte sich "irritiert" gezeigt. Der CDU-Fraktionsvize Michael Heym hatte sogar eine Zusammenarbeit mit AfD und FDP in einer bürgerlichen Koalition ins Gespräch gebracht.

So oder so - die Irritationen offenbaren die inneren Risse in einer Partei, die in den Umfragen auf Werte sinkt, die sie sich vor 15 Jahren nicht hätte vorstellen können. Ihr droht ein Schicksal wie den Sozialdemokraten, die, nachdem sie ihre ureigensten Wähler verraten haben, zur Fünf-Prozent Linie stürzen. Eine Koalition mit der Linken würde höchstwahrscheinlich im Parlament keine Mehrheit finden. Weitere schwere Verluste bei den nächsten Wahlen in Thüringen, und nicht nur dort, stünden ins Haus.

Sven von Storch

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