Wunsch und Wirklichkeit

Stuttgart_ Grüne erleben verheerende Niederlage

Bei den Stichwahlen haben die Grünen nun auch Stuttgart verloren. – Ein Kommentar

Die Partei um Baerbock und Habeck verliert eine Großstadt nach der anderen: Konstanz, Freiburg und nun Stuttgart; grüne Bürgermeister gehören der Vergangenheit an. Vermutlich kommt Tübingen demnächst noch dazu.

Was focus vor knapp über einem Jahr als Trend ausgemacht hatte, erweist sich beim näheren Blick als trendy – eine Mode, die wieder vergeht.

Stuttgart hat als Landeshauptstadt besonderen symbolischen Wert, zumal in einem Bundesland mit einem grünen Ministerpräsidenten. Mit 42,3 Prozent siegte mit Frank Nopper ein Christdemokrat, gefolgt von einem unabhängigen Kandidaten, Marian Schreier, der 36,7 Prozent der Stimmen erreichte.

Das müssen die Grünen noch lernen: Umfragen sind keine Wahlen. Allerdings fällt es mittlerweile auch schwer, es anders zu sehen. Wenn jede Woche eine neue Umfrage ausgeteilt wird, könnte man wirklich denken, die Grünen hätten die 21 Prozent, die etwa Forsa ihnen im Wochenabstand andichten lässt. Tatsächlich sitzt die linke Öko-Partei mit 8,9 Prozent im Bundestag, deutlich hinter der Alternative für Deutschland.

Und so nahm das Unglück in Stuttgart seinen Lauf. Beim ersten Wahlgang hatte kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit geschafft. Und für den zweiten Wahlgang konnten die zerstrittenen Linken und Grünen keinen gemeinsamen Kandidaten finden, der allen passte.

Zur Überraschung zog die grüne Kandidatin sich beleidigt zurück, obwohl sie das Verfolgerfeld mit 17 Prozent angeführt hatte.

»Mit Blick auf die Landtagswahl ist das definitiv ein Fingerzeig für die Grünen, dass sie nicht denken dürfen, die Wahl sei schon gelaufen«, ermahnte ein Professor der Uni Hohenheim via Deutsche Presse-Agentur die Partei um Habeck und Co. »Das ist klar ein Dämpfer für die Grünen.«

Für die Landtagswahlen im kommenden März verheißt das nichts Gutes. Rutschen die Grünen hinter die Christdemokraten auf Platz zwei – und danach sieht es momentan aus –, dann sind die Tage von Winfried Kretschmann gezählt. Denn für eine Mehrheit aus Grünen, Linken und SPD reicht es schon gar nicht.

Im Bund ist es ähnlich – nur dass die Hätschelkindchen der Medien Habeck und Baerbock weder Ministerpräsident noch sonst etwas waren. Sie würden nach den Bundestagswahlen sang und klanglos politisch begraben.

Sven von Storch

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